24-er und 48-er Form des Taijiquan
mit Anwendungen
Liang Shou-Yu/Wu Wen-Ching
Tai Chi Chuan – Fitness für Körper und Seele
Lian Shou-Yu ist ein anerkannter Experte chinesischer Kampfkunst, der
in China zahlreiche Medaillen gewonnen hat und auch als Trainer große
Erfolge feierte. Zusammen mit seinem Schüler Wu Wen-Ching, der außerdem
von Dr. Yang Jwing-Ming lernte, hat er ein recht »chinesisch«
wirkendes Buch über die 24-er und die 48-er Form geschrieben, das
im Original im YMAA Publication Center, dem Verlag von Yang Jwing-Ming,
erschienen ist.
»Chinesisch« mutet mir schon der Beginn an. Ausführliche
Vorstellungen der Autoren, drei Vorworte, unter anderem von Dr. Yang Jwing-Ming,
und zwei Einführungen von den beiden Autoren. Leider tauchen hier
sehr viele Wiederholungen auf, es hätte beispielsweise durchaus gereicht
einmal aufzuführen, dass es fünf große Taiji-Stile gibt
und dass die 24-er Form in den fünfziger Jahren erschaffen wurde.
Das erste Kapitel beinhaltet neben einer kurzen Einleitung, in der der
gesundheitliche Aspekt des Taijiquan hervorgehoben wird, die theoretischen
Säulen des Taijiquan (Yin/Yang, Fünf Elemente und Qi), die kurz,
aber ausreichend dargestellt werden. Das Kapitel schließt ab mit
der Historie des Taijiquan und der der Yang-Familie.
Im zweiten Kapitel werden die »Richtlinien für die Ausübung«
vorgestellt. Diese beinhalten grundlegende Anweisungen für Körperbewegung,
Atmung und Tätigkeit des Geistes. Das dritte Kapitel enthält
vorbereitende Übungen zum Aufwärmen und Dehnen, eine einfache
Qigong-Übung und die verschiedenen Schritte, Stände und Handhaltungen.
Auch diese beiden Kapitel sind kurz und knapp gehalten, die Übungen
sind jedoch gut bebildert.
Das vierte Kapitel ist für mich das Kernstück dieses Buches.
Die 24-er Form wird, Figur für Figur, sehr ausführlich dargestellt.
Neben einer reinen Bewegungsbeschreibung gibt es einen Abschnitt mit »Schlüsselpunkten«,
in dem wichtige Hinweise zur Ausführung gegeben werden. Dann folgen
die Anwendungen, wobei des Öfteren mehrere Möglichkeiten gezeigt
werden. Erfreulich ist die ausführliche Illustrierung sowohl der
Figuren als auch deren Anwendung.
Das abschließende Kapitel mit der 48-er Form beinhaltet nur noch
eine ausführliche Beschreibung und Bebilderung der Form, ohne Hinweise
auf Schlüsselpunkt und Anwendungen.
Dieses Buch ist sicherlich für Praktizierende der beiden Formen interessant.
Taiji-SpielerInnen anderer Formen können insbesondere von den gezeigten
Anwendungen profitieren. Für EinsteigerInnen ist es nicht geeignet,
zu anspruchsvoll beziehungsweise komprimiert sind viele Erläuterungen.
Sie würden sich vermutlich auch von dem völlig missratenen Layout
abschrecken lassen: unterschiedliche Größen der Buchstaben
und Zeilenabstände, Fettungen, Kursivstellungen und fehlende Abstände
zwischen Abschnitten. Es wurde Platz gespart, wo immer es technisch möglich
war. So sind viele Seiten eigentlich »unlesbar« – es
sei denn, man wühlt sich unerschrocken durch. Aber für manchen
mag dieses chinesisch anmutende Layout vielleicht einen gewissen Charme
haben.
(Helmut Oberlack)
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Buch:
Weinmann 2004, 150 Seiten, EUR 15,60/ EUR (A) 16,10/ SFR (D) 28,00
ISBN 387892075X
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