Heft 10, 4/2002
Laozi und die wilde 13
Über die Schwierigkeiten, das Daodejing zu lesen.
Von Yürgen Oster
Viele Qigong-Richtungen und das Taijiquan berufen sich auf ihre Wurzeln im Daoismus und gerade auch im Westen werden diese philosophischen Zusammenhänge betont. Allerdings stehen die meisten vor dem Problem, diese Lehre aus schriftlichen Übersetzungen entschlüsseln zu müssen, und Übersetzungen aus dem Chinesischen sind bekanntlich immer mit inhaltlichen Einschränkungen und Interpretationen verbunden. Besonders schwierig wird es bei klassischen Texten wie dem Daodejing, die schon im Original schwer zu verstehen sind. Yürgen Oster, der sich seit vielen Jahren mit diesem Klassiker beschäftigt, zeigt an einigen Textbeispielen, wie unterschiedlich und teilweise gegensätzlich Laozis Verse ausgelegt werden können. Je nach Intention des Übersetzers werden sie zu Ratschlägen für Regierende, Anleitungen für Meditation oder Lebenspflege oder allgemeinen Lebensweisheiten.
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