Heft 6, 4/2001Treffen der berufsspezifischen Arbeitskreise Qigong
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![]() Dank für die Informationen zu diesem Artikels an Dr. Dorothee Boente, Edith de Bruyn, Dr. Irmtraut Debus-Kauschat, Manfred Geißler, Astrid Haneke, Hildegund Kawohl, Dr. Ingrid Reuther, Roswith Schläpfer |
| Arbeitskreis "Qigong in der Medizin" Knapp 20 ÄrztInnen, KrankengymnastInnen und SportwissenschaftlerInnen sowie KursleiterInnen, deren Schwerpunkt auf dem Üben mit PatientInnen liegt, nahmen am Arbeitskreis Medizin teil. Im Mittelpunkt des Austausches standen generelle methodische Fragen sowie Fragen zur Studienplanung und -durchführung. Unter anderem stellten zwei Doktorandinnen ihre Dissertationen zum Einsatz von Qigong bei spezifischen Krankheitsbildern vor: Elisabeth Friedrichs führt an der Universität Witten-Herdecke eine multizentrische Migränestudie durch, zu deren aktuellem Stand knapp 30 Prozent der vorgesehenen 100 ProbandInnen das Programm durchlaufen haben. Margit Weiß arbeitet an der Universität Salzburg im Rahmen der SAPHIR-Studie (Salzburger Arteriosklerose-Präventionsstudie für Menschen mit hohem Infarktrisiko) sportmedizinisch über die Auswirkungen von Qigong auf Parameter wie Blutfette, Blutdruck, Strssverhalten, Depressivität. Dabei stellt sie der Qigong-Übungsgruppe eine Gruppe von Ausdauersporttreibenden und eine Kontrollgruppe ohne Bewegungstherapie gegenüber. Auswertungen erster Trends der Studien sind über die Medizinische Gesellschaft für Qigong Yangsheng anzufragen. In einem Vortrag aus der Praxis berichtete Heike Christmann über ihre Arbeit an der Tinnitusklinik Arolsen mit Patienten, die unter Gleichgewichtsstörungen leiden. Eine ihrer Erfahrung war, dass insbesondere das körperlich spürbare Verwurzeln beim Qigong für die PatientInnen sehr hilfreich sein kann, wenn die automatischen Gleichgewichtsregulatoren versagen. Des Weiteren wurden zu den Themen Evaluation, metabolisches Syndrom, Onkologie und Schmerz Kleingruppen gebildet. Ein laufendes Ziel des Arbeitskreises Medizin ist erklärtermaßen die Unterstützung von Planung, Kontaktaufnahme und Durchführung von Studien und Einzelfalldokumentationen. In diesem Zusammenhang sollen nach Möglichkeit auch zwischen den jährlichen Treffen die Kontaktpflege zu Institutionen, Universitäten und Fachleuten sowie die Auswertung und Empfehlung von Fachliteratur und allgemeiner Adressenaustausch über den Arbeitskreis erfolgen. |
Koordinatorin
Dr. med. Ingrid Reuther Ringener Str. 30 D-53501 Grafschaft Fon 02641/ 260 60 Fax 02641/ 20 27 37 E-Mail ingridreuther@aol.com |
| Arbeitskreis "Qigong in der Psychotherapie" Im Verlauf des Treffens wurden im Arbeitskreis Psychotherapie fünf Kurzreferate gehalten: Prof. Wilfried Belschner stellte erste Ergebnisse einer diesjährigen Erhebung des Fachbereichs Psychologie an der Universität Oldenburg vor. Die Studie überprüft die dort eingesetzten Fragebögen auf ihre Eignung als Messinstrumente zur Erfassung der Untersuchungsbereiche erlebte Versenkungstiefe, transpersonales Vertrauen, Wirkfaktor Präsenz und Selbstwahrnehmung in der Qigong-Übung. Achim Schrievers berichtete über "Psychotherapie im Spiegel energetischer Körperarbeit - der Aspekt der Berührung". Knut Jöbges von der Klinik Arolsen referierte über "Aspekte der Zusammenarbeit: Psychotherapie und Qigong an einer psychosomatischen Klinik". Elke Neuhaus sprach über "Chancen und Grenzen von Qigong Yangsheng für Menschen mit chronisch-schizophrenen Erkrankungen". Dr. Christian Hellmann berichtete über die "Suche nach Heilung Qigong als religiöses Element in der modernen Lebenswelt". Die Diskussion widmete sich hauptsächlich Fragen zur Anwendung von Qigong-Übungen in der Psychotherapie und zum Bereich der transpersonalen Erfahrung. Auch der Aspekt des eigenen Übens als eine Basis des Umgangs mit PatientInnen fand Beachtung. |
Koordinatorin: Dr. med. Dorothea Boente Estermannstr. 182 D-53117 Bonn Fon 0228/ 67 46 38 |
| Arbeitskreis "Qigong in der Kunst" Knapp 20 Kreative aus den Bereichen Musik, bildende Kunst, Schauspiel und Literatur tauschten sich im Rahmen des Arbeitskreises Qigong in der Kunst aus. Der Schwerpunkt der Vorträge lag auf der Integration von Qigong in Institutionen der Kunstpädagogik. Es wurde über die folgenden Gebiete referiert: - Der Einfluss der eigenen Qigong-Praxis auf die musikpädagogische Arbeit - Die künstlerische Entfaltung bei Kindern: Arbeit an einer Jugendkunstschule - Qigong-Themen malerisch umsetzen: Arbeit mit SchülerInnen der bildenden Kunst - "Wie beginnt der künstlerische Prozess?": Arbeit in einer pädagogischen Hochschule - Malen von innen gesehen - Qigong und Text. Eine Performance - Zeitgenössische chinesische Maler ihre Hinwendung zur traditionellen Malweise und ihr Alltag. Einzelne Arbeitsgruppen diskutierten die folgenden Themen: Anpassung der Lerninhalte an unterschiedliche Gegebenheiten bei der Vermittlung im Bereich Kunst (im Einzel- und Gruppenunterricht), Integration von Qigong in Schauspiel- und Musikschulen, Kunstakademien etc., die möglichen Wechselwirkungen von künstlerischem Schaffen und Qigong-Praxis, "Kräftespiel auf jeden Fall?" - Das Ringen um Lösungen sowie Verbindendes und Unterschiedliches zwischen der Bewegungskunst Qigong und der künstlerischen Arbeit Eine weitere Auseinandersetzung mit diesen Themen ist geplant. Die "Sprach-Arbeiter" in den Künsten dürften sich vor die Aufgabe gestellt sehen, eine neue Begrifflichkeit auf diesem interdisziplinären Gebiet zu entwickeln. |
Koordinatorinnen: Edith de Bruyn Unterbergscheid 10 D-51789 Lindlar Fon & Fax 02266/ 24 59 Roswith Schläpfer Eifelstr. 36 D-50677 Köln Fon 0221/ 32 67 20 Fax 0221/ 304 96 64 E-Mail: r.schlaepfer@netcologne.de |
| Arbeitskreis "Qigong in der Pädagogik" Am Anfang des Treffens stand ein Plädoyer "für die Etablierung einer Regenerationskultur in der Schule". Referent Johann Bölts von der Uni Oldenburg bezog sich dabei auf die WHO, die zwei strategische Bausteine zur Förderung der Gesundheit benennt: die Gesundheitsbildung einerseits und die Entwicklung gesundheitsförderlicher Alltagskompetenzen und Alltagsfähigkeiten andererseits. Der anschließende Austausch konzentrierte sich auf die Anwendung von Qigong in Schule und Kindergarten. So berichtete Anne Lenhard-Poser über ihre Methode, Kindergartenkindern der höheren Jahrgänge mit vielfältigen Hilfsmitteln das Verstehen und Erlernen der Übungen zu erleichtern. Sabine Günthner-Weiß sprach über Qigong-Unterricht an der Grundschule: Nach ihrer Erkenntnis erfordern die unterschiedlichen Voraussetzungen der einzelnen Kinder in besonderer Weise die Einhaltung des richtigen Maßes bei den Übungen. Stefan Happel referierte seine Arbeit über den Einsatz von Qigong im Sportunterricht der 12. und 13. gymnasialen Jahrgangsstufen. Seine These: Qigong-Übungen ermöglichen die Schaffung und Förderung eines Gesundheitsbewusstseins auf der Basis der Leiblichkeit. Auf wissenschaftlicher Ebene steht eine Auseinandersetzung mit der Wirkung von Qigong bei Kindern nach Aussage von Referentin Christine Imich bislang noch aus; insbesondere die Problematik, verlässliche Daten bei Kindern zu erheben, dürfte hier eine methodische Herausforderung darstellen. Erklärtes Ziel des Arbeitskreises ist eine weitere Förderung der Integration von Qigong in pädagogische Arbeitsfelder. Als Kernthemen des nächsten Treffens sind Didaktik und Methodik sowie Wege und Möglichkeiten der Öffentlichkeitsarbeit geplant. |
Koordinatorinnen: Edeltraut Rohrmoser Waldstr. 29/1 D-72250 Freudenstadt Fon & Fax 07441/ 46 27 Eva Ebener Holbeinstr. 20 D-56626 Andernach |
| Arbeitskreis "Qigong in der allgemeinen Gesundheitspflege" Einleitende Übungen, beispielsweise zur Körperwahrnehmung, Referate und Diskussionsrunden zu Fragestellungen aus der Praxis bestimmten den Ablauf des Treffens zu Qigong in der allgemeinen Gesundheitspflege. Unter anderem wurde kontrovers diskutiert, unter welchen Umständen anderweitige Übungen in Kombination mit dem Qigong-Praktizieren einsetzbar oder gar notwendig sein könnten. Ein Schwerpunktthema war die Frage nach Intensität und Form des Korrigierens in Übungsgruppen. Hier wurde nach verschiedenen Übungsniveaus innerhalb einer Gruppe, der Häufigkeit des Korrigierens und der Rolle der eigenen Körperwahrnehmung der anleitenden Person differenziert. Thesen zur Korrekturintensität schlugen behutsames Korrigieren der KursteilnehmerInnen unter dem Gesichtspunkt der Natürlichkeit respektive ein hohes Maß an präzisierenden Korrekturen unter dem Gesichtspunkt der Verantwortlichkeit vor. Weiterer Diskussionsbedarf auf diesem Gebiet dürfte gegeben sein. Die Integration von Qigong-Übungen in die Arbeit mit geistig Behinderten und ihre Erfahrungen hiermit stellten die Referentinnen Brigitta Hörbelt und Kirsten Mittelbach per Vortrag und Video vor. Es kristallisierte sich heraus, dass einige weitere TeilnehmerInnen planen, Qigong in die Behindertenarbeit aufzunehmen. Zum Bereich Qigong für SeniorInnen wurde im Anschluss an einen Erfahrungsbericht von Tilmann Brenk daran gearbeitet, einen spezifischen Kursaufbau für SeniorInnen zu entwickeln. Schließlich wurde der Umgang mit möglichen "Heilserwartungen" diskutiert, die KursteilnehmerInnen an das Üben oder an LeiterInnen richten könnten. Ein Ergebnis betrifft die Kursankündigung: Bereits beim Verfassen des Textes sollte darauf geachtet werden, möglichen Projektionen keinen Aufhänger zu bieten. |
Koordinatorin: Irmtraud Debus-Kauschat Akazienweg 2 D-64665 Alsbach (bei Darmstadt) Fon 06257/ 90 27 89 Fax 06257/ 90 27 87 E-Mail Irmtraud_Debus-Kauschat@tcm-netz.de |
| Arbeitskreis "Qigong in der Arbeitswelt" Das zentrale Thema dieses Arbeitskreises stellte sich quasi von selbst: die Frage nach der Auftragsakquisition und dem hierzu notwendigen Vorgehen "Wie bringe ich als Anbieter Qigong in die Unternehmen und mit welchen Mitteln kann ich eine unternehmensangepasste Qigong-Präsentation erstellen?" Als Modell eines erfolgversprechenden Vorgehens wurde eine dreistufige Struktur entwickelt: Schritt eins schlägt erste Wege zur Kontaktaufnahme und Werbung von Firmenkunden unter besonderer Berücksichtigung der jeweiligen betriebsinternen Kommunikation und Entscheidungsbefugnisse vor. Die zweite Akquisitionsstufe gibt Argumentationshilfen und Mittel der Präsentation im Unternehmen an die Hand. Der dritte Schritt schließlich ermöglicht eine genaue Planung der Methoden zur Kursdurchführung. Unternehmensrelevante Kriterien vom Budget über die Zeitplanung bis zur Qualitätssicherung werden hier beleuchtet. AnbieterInnen von Qigong in Unternehmen wird damit ein Instrumentarium an die Hand gegeben, das Argumentation, Planung und letztlich den Erfolg seiner Kurse vereinfachen sollte. Das Modell wird in Kürze komplettiert und kann in der Folge im Internet eingesehen werden. Der Austausch in den Arbeitskreisen versteht sich als prozesshaft, die Vielfalt der in der Diskussion befindlichen Themen ließ sich an dieser Stelle nur umreißen. Der Dialog soll weiter ausgebaut werden. Ansätze hierzu sind allgemein gewünscht und erkennbar man darf auf Weiteres gespannt sein. |
KoordinatorInnen: Hildegund Kawohl Mozartstr. 35 D-53340 Meckenheim Fon 02225/ 83 79 83 Herbert Gäbler Schleifenweg 17 D-53639 Königswinter |
| Das nächste Treffen der Arbeitskreise Qigong: 4. bis 6. Oktober 2002 in Gunzenhausen im Rahmen der 5. Deutschen Qigong-Tage. |
Allgemeiner Kontakt bzgl. der Arbeitskreise: Medizinische Gesellschaft für Qigong Yangsheng Herwarthstr. 21 D-53115 Bonn Fon 0228/ 69 60 04 Fax 0228/ 69 60 06 E-Mail qigong-yangsheng@t-online.de |
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