Heft 2, 4/2000
Wie entsteht Gesundheit?
Das Modell der Salutogenese beschreibt Aufgaben für Qigong und Taijiquan. Von Christian Auerbach
»Das Schädliche vertreiben und das Stärkende stützen« ist ein bekannter Leitgedanke des Qigong. Wenn es um Argumente geht, warum Qigong in unserem Gesundheitssystem nützlich sein kann, wird oftmals das Schwergewicht auf die »Vertreibung des Schädlichen«, die Heilwirkung insbesondere von medizinischem Qigong gelegt. Christian Auerbach plädiert hingegen für eine stärkere Beachtung der gesundheitsfördernden Aspekte. Er bedient sich dabei des Salutogenesemodells, mit dem die im Menschen selbst angelegten Fähigkeiten zu Selbstorganisation und Selbsthilfe untersucht und dargestellt werden. Den Kern dieser Widerstandsressourcen bildet nach Ansicht von Aaron Antonovsky, einem der Begründer dieser Wissenschaftsrichtung, ein »Sinn für Zusammenhänge« (sense of coherence), der dem Menschen Vertrauen in sich, den Sinn des Lebens und seine salutogenen Ressourcen verleiht. Der vielfältige Erfahrungsschatz des Qigong bietet sich hier als Unterstützung geradezu an.
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