|

 |
|
Körpermechanik beim Taijiquan
William C. C. Chen: »William C. C. Chen´s Body Mechanics of Tai Chi Chuan – A Workshop Documentation«
Tai Chi Studio Hannover 2012, DVD, 93 Minuten, Englisch
Nils Klug vom Tai Chi Studio Hannover hat eine neue DVD produziert. Sie zeigt Ausschnitte eines Workshops mit seinem Lehrer William C. C. Chen, aufgenommen bei einem Workshop in Hannover. Die DVD zeigt die wesentlichen Aspekte der Arbeit von William C. C. Chen. Dabei steht nicht die Form im Vordergrund, von ihr wird nur der erste Teil gezeigt.
In den einzelnen Kapiteln der DVD spricht William Chen zu den Themen Füße, Knie, Kua, Oberkörper, Finger, Kompression, Spiralen, Atmung, mentale Aspekte, Tui-shou, Anwendung und Boxen, wobei er sich immer wieder auf seinen Lehrer Zheng Manqing bezieht. Dabei erklärt er die grundlegenden Prinzipien und demonstriert sie mit entsprechenden Bewegungen, teilweise alleine, teilweise mit einem Partner.
Diese DVD gibt einen Einblick, wie William Chen Taijiquan und die Körpermechanik versteht und wie er in seinen Workshops unterrichtet. Hilfreich dabei ist auch das Stichwortverzeichnis, das eine kapitelübergreifende Suche ermöglicht. Aber natürlich kann man nicht erwarten, dass diese DVD ein vollständiges Bild seiner Arbeit zeigt.
Leider gibt es keine Übersetzung oder Untertitel in Deutsch, was allerdings ein großer produktionstechnischer Aufwand wäre. Doch glücklicherweise spricht William Chen ein recht gut zu verstehendes Englisch, so dass man ihm gut folgen kann. Hilfreich ist dabei auch die ruhige und klare Kameraführung. Dennoch ist es notwendig, Vorkenntnisse im Taijiquan zu haben und mit der Fachterminologie des Taijiquan vertraut zu sein.
Daher empfehle ich diese DVD nicht für AnfängerInnen, sondern entweder für SchülerInnen von William C. C. Chen, die zu Hause etwas nachschauen wollen, oder für erfahrene Taiji-SpielerInnen, die einen Einblick in seine Arbeit erhalten möchten.
(Helmut Oberlack)
Bezugsquelle: www.taiji-europa.de, Euro 29,99
|
|
 |
|
Taijiquan und Atmung
Frieder Anders: »Das Innere Taijiquan – Mit dem individuellen Atemtyp zur eigenen Kraft finden«
Theseus 2011, 2 DVDs, 120 Min./185 Min., ISBN 978-3-89901-401-3
Frieder Anders beschäftigt sich schon seit Längerem mit der Verbindung von Taijiquan und Atmung. Er wendete die Lehre der Terlusollogie, die zwei Atem- beziehungsweise Konstitutionstypen, die Einatmer (lunar) und die Ausatmer (solar), unterscheidet, auf das Taijiquan an. Mit dem Atemtyp verändern sich Körperhaltung – der solare Typ zum Beispiel neigt sich leicht vor –, Gewichtsverteilungen und Bewegungsweisen.
Auf der ersten DVD gibt es zuerst eine kurze allgemeine Einführung in Taijiquan und in die Terlusollogie. Im Hauptteil sind Workshop-Situationen zu sehen, in denen Frieder Anders und seine Schüler »solar« und »lunar« verschiedene Partnerübungen ausführen, um die Unterschiede zu erfahren und zu spüren, auf welche Art man sich kraftvoller beziehungsweise effektiver bewegen kann. Frieder Anders geht hierbei auch auf die fünf Vertiefungsstufen Yin-Yang-Form, Zentrumsbewegungen, Armspirale (Qi-Form), Beinspirale und Halsspirale ein, für die er lunare und solare Bewegungsweisen zeigt. Im Anschluss werden die verschiedenen Atemweisen der beiden Typen gezeigt und in Partnerübungen getestet. Den Abschluss dieser DVD bilden Erfahrungsberichte von einigen SchülerInnen über das atemtypgerechte Üben, die berichten, wie sich ihr Taijiquan verbessert hat, seit sie in Übereinstimmung mit ihrem Atemtyp üben.
Die zweite DVD beinhaltet die Form. Zuerst wird sie gezeigt, jeweils in der lunaren und der solaren Weise, wobei nur die Namen der Bewegungen angesagt werden. Anschließend wird das noch einmal wiederholt, jetzt in die einzelnen Bilder zerlegt, die genauer erklärt und, wo notwendig, aus verschiedenen Perspektiven gezeigt werden. Erfreulicherweise zeigen jeweils sechs Personen die Form, so dass das Zuschauen interessanter wird.
Insgesamt geben die beiden DVDs einen guten Einblick in die Arbeit von Frieder Anders und ergänzen sein Buch zu diesem Thema. Experimentierfreudige Taiji-SpielerInnen können sich sicherlich daranmachen, die gezeigten Übungen auszuprobieren und die Unterschiede zwischen Ein- und Ausatmer zu testen. Allerdings bedarf dies schon etlicher Erfahrung. Die Übungen auf der ersten DVD sind immer nur angerissen, aber sie sind nicht für eine Lehr-DVD aufbereitet. Und leider sind einige Stellen recht dunkel, was mich bei der sonst sehr professionell produzierten DVD verwundert hat. Die zweite DVD ist hingegen viel besser zum Nachmachen geeignet, aber interessanter erscheinen mir die Partner-übungen.
(Helmut Oberlack)
>> nach oben
|
|

TQJ 3/2007 |
|
Chen-Stil Taijiquan
Ren Guangyi: »Chen Taijiquan«
YMAA Publication Center 2006, DVD, ISBN-13: 978-1-59439-081-4
Ren Guangyi, langjähriger Schüler von Chen Xiaowang, unterrichtet seit vielen Jahren in New York City Chen-Stil Taijiquan. Außerhalb der USA ist er bekannt geworden als Taiji-Lehrer von Lou Reed, der bei vielen Konzerten von ihm Taijiquan vorgeführt hat.
Nun gibt es eine DVD (aufgenommen in HD), auf der Ren Guangyi die Laojia Yilu, die erste Form des alten Rahmens, und die 49er Schwertform zeigt. Jede Form wurde aus drei verschiedenen Winkeln aufgenommen: direkt von vorne, schräg von vorne und schräg von hinten. Allerdings werden die Formen nur gezeigt, es gibt keinerlei Bewegungsbeschreibungen oder zusätzliche Übungen.
Allgemeine Infos zum Chen-Taijiquan und zu den einzelnen Formen gibt Lou Reed. Dabei erzählt er sicherlich nichts Neues. Lou Reed spricht natürlich Englisch, es ist jedoch möglich, eine französische Übersetzung einzustellen. Untertitel gibt es in Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Spanisch. Bei den Formen gibt es auch die Namen der Figuren in der jeweiligen Sprache, allerdings klingen zumindest im Deutschen die Übersetzungen sehr nach »Automat«.
Zudem kann man wählen, ob man lieber »zentrierende« oder »energetisierende« Musik im Hintergrund hören möchte. Die Musik stammt natürlich von Lou Reed und es sind endlich mal nicht typisch chinesische oder fernöstlich-inspirierte Keyboard-Klänge zu hören, sondern Ambient.
Eine Besonderheit, die mir neu war, ist die so genannte »FlipperVision« – Fotos der gesamten Form, die daumenkinoartig abgespielt werden, wahlweise langsam oder schnell. Dadurch soll es leichter sein, die Details der einzelnen Bewegungen zu erkennen.
Alles in allem eine gut gemachte DVD für Taiji-Übende, die für diese beiden Formen Anschauungsmaterial suchen.
(Helmut Oberlack)
>> nach oben
|
|

TQJ 3/2010 |
|
Schwertfechten
Jan Silberstorff: »Chen Taiji-Schwertkampf – Ein Basisweg zum freien Fechten«
Lohne 2010, DVD, 126 Min., ISBN 978-3935367-57-8
Als ich das letzte Buch von Jan Silberstorff über die Schiebenden Hände im Taijiquan rezensierte, wünschte ich mir zum Abschluss ein ebenso detailliertes Werk auch über den Schwertkampf. Mein Wunsch wurde in Teilen erhört, wenn auch anders als von mir erwartet. Zum einen war klar, dass ein Buch über den Schwertkampf eine längere Zeit an Vorbereitung brauchen würde. Umso überraschender, dass diese hier vorliegende Veröffentlichung nicht so lange auf sich warten ließ. Zum anderen aber eben überraschend, weil es sich um eine DVD handelt, die trotz bewegter Bilder es dennoch versteht, die Materie sehr tief greifend und doch verständlich zu vermitteln.
In der Regel bin ich kein Fan von Lehr-DVDs. Doch hier wählt Jan Silberstorff eine sowohl der Materie als auch dem Medium gerecht werdende Form der Darbietung. Thematisch ist die DVD unterteilt in eine ausführliche Einführung in das Thema Schwert, Schwertkampf und Schwerttechniken im Chen-Taijiquan, eine Darlegung der sieben Grundtechniken in der Chen-Schwertkunst und schließlich in einen Bereich mit Anleitungen, die es einem ermöglichen, systematisch zu üben. Während die Einführung ins Thema eher trocken in Form von Texttafeln vermittelt wird – zugegebenermaßen hinterlegt mit teils spektakulären Aufnahmen von Jan Silberstorff vor grandioser Landschaft – so sind die anderen Themenblöcke stets unterteilt in einen von ihm vorgetragenen theoretischen und einen von ihm und verschiedenen Partnern demonstrierten praktischen Teil. Sie lassen sich sowohl am Stück konsumieren und geben einen guten und fundierten Überblick über die Schwerttechnik an sich, lassen sich aber genauso gut Stück für Stück als Übungsanleitung oder -erinnerung verwenden.
Erfreulich ist, dass auch die DVD getragen ist von der Klarheit, mit der Jan Silberstorff seine Kunst vermittelt. Zuschauer erhalten den Eindruck einer persönlichen Unterweisung. Klar ist, dass ein fachkundiger Lehrer durch das Studium einer DVD nicht ersetzt werden kann. Aber diese DVD gibt einem eine Menge Möglichkeiten zum eigenen Üben.
Abgerundet wird die DVD durch einige Zusatzaufnahmen, in denen Jan Silberstorff sowohl die Schwertform als auch die Doppelschwertform zeigt, sowie mit Eindrücken aus der Schwertkampfschule von Gerhard Milbrat. Und schließlich kann man sich immer wieder an den Formdarbietungen vor der schönen Kulisse Mallorcas erfreuen.
Mich persönlich hat diese DVD erfreut, mein Wissen bereichert und meine Überzeugung gestärkt, dass es gute Lehr-DVDs geben kann. Ich freue mich nicht ganz uneigennützig auf die nächste Veröffentlichung.
(Frank Aichlseder)
>> nach oben
|
|

TQJ 3/2010 |
|
Entspannungsübungen auf DVD
Taiji Europa (Hrsg.): »Entspannung für Körper und Geist«
Verlag 2010, DVD, ca. 77 Min., Deutsch/Englisch, 9,99 Euro
Taiji Europa, ein Projekt von Nils Klug und Ronnie Robinson, hat eine zweite DVD herausgegeben. Nachdem die erste mehrere europaweit bekannte LehrerInnen vorgestellt hat, bietet diese DVD nun praktische Übungen für die Entspannung.
Cornelia Gruber, Anneke van der Loos, Wilhelm Mertens, Silvia Oldenburg, Nabil Ranné, Ronnie Robinson, Eva Seiter und Paul Silverstrale zeigen eine oder mehrere Übungen, die man entweder mal zwischendurch oder auch als Vorbereitung zum Qigong oder zum Taijiquan machen kann. Die meisten Übungen werden im Stand ausgeführt, einige auch im Sitzen. Mal beinhalten sie mehr körperliche Bewegung oder Dehnungen, mal liegt mehr Gewicht auf der Vorstellung oder der Atmung.
Alle Anleitenden wurden von vorne aufgenommen, sie zeigen und erklären ihre Übungen, die alle gut zu verstehen und nachzuvollziehen sind. Unter dem Menupunkt »Extra« sind die Links zu den Internetadressen der ProtagonistInnen zu finden, so dass es einfach ist, mit ihnen Kontakt aufzunehmen. Außerdem gibt Wang Ning eine kurze Einführung in die Kalligraphie.
Die DVD ist so einfach wie schön gemacht. Sie hat nur wenige Schnitte und Großaufnahmen, wirkt dadurch sehr ruhig, quasi schon entspannend, jedoch ohne dabei langweilig zu sein. Rasmus Sievers, der schon öfter mit Nils Klug zusammengearbeitet hat, ist es gelungen, mit wenigen grafischen und filmischen Elementen eine in sich stimmige DVD herzustellen.
Fazit: eine schöne DVD mit interessanten Übungen, die ein großes Spektrum abdecken, und das zu einem sehr fairen Preis.
(Helmut Oberlack)
>> nach oben
|
|

TQJ 2/2008 |
|
Historische Aufnahmen
Cheng Man Ching: »The Master Tapes«
Mastodon Productions 2007, 4 DVDs, 200 Minuten, ca. 100 EUR
In den USA ist Ende letzten Jahres eine Box mit vier DVDs unter dem Titel »Cheng Man Ching: The Master Tapes« erschienen. Die nur in Englisch vorliegenden DVDs enthalten Mitschnitte aus dem Unterricht des »Professors«, aufgenommen zwischen 1969 und 1971 in der Shr Jung Schule in New York, die Zheng Manqing dort gegründet hatte. Die DVDs sind ohne technischen »Schnickschnack«, einfache Filmaufnahmen von Unterrichtssituationen, die einen humorvollen und gewissenhaften Zheng Manqing zeigen.
Die erste DVD »Form« (50 Minuten) zeigt ihn beim Unterrichten der Form, unterstützt von seinen Schülern Tam Gibbs und Ed Young, die ihn auch übersetzen. Zwischendrin, wie bei den anderen DVDs auch, erzählen Maggie Newman, Ken van Sickle und Ed Young, drei seiner langjährigen SchülerInnen, aus ihrer Lehrzeit. Schade ist, dass es keine komplette Form zu sehen gibt. Der Produzent Don Miller bekam dafür nicht die Erlaubnis von Zheng Manqings Töchtern. Eventuell wird es eine eigene DVD damit geben. So muss man sich mit größeren und kleineren Sequenzen sowie mit einzelnen Figuren zufrieden geben und kann sich die Form so »zusammenbauen«.
Die zweite DVD behandelt das Schwert, eine Waffe, die Zheng Manqing sehr geliebt hat. Seinen Spaß mit dem Schwert kann man auf diesen 30-minütigen Mitschnitten an seinem Gesicht gut erkennen. Insgesamt wird zweimal die komplette Form gezeigt und viel freies Sparring.
Die dritte DVD (50 Minuten) trägt den Namen Push Hands und zeigt Zheng Manqing teils mit SchülerInnen beim Tuishou, teils beim Erklären von Prinzipien. Leider ist die Tonqualität bei allen DVDs nicht sonderlich gut, aber in jedem Fall ausreichend, Gleiches gilt im Übrigen auch für die Qualität der Filmaufnahmen. Auch das Tuishou hat Zheng Manqing sichtbar viel Spaß bereitet.
Die vierte DVD »Chi« ist mit 70 Minuten die längste und für mich die schönste. Zuerst zeigt sie Zheng Manqing in einer »Frage-und-Antwort-Stunde« umringt von SchülerInnen, dann beim Arrangieren von Blumen und schließlich beim Kalligraphie-Unterricht. Hier wird deutlich, dass Zheng Manqings Künste weit mehr als nur Taijiquan umfassten. Seine Ruhe und Freude beim Arrangieren der Blumen und bei der Kalligraphie haben mich berührt.
Die Stärke dieser DVDs ist, dass sie einen Eindruck von der Persönlichkeit Zheng Manqings vermitteln, einem der bekanntesten Taiji-Lehrer, der die Entwicklung des Taijiquan in Taiwan und im Westen stark beeinflusst hat. Das macht sie sicherlich für heutige Praktizierende seiner Tradition, die ihn nie persönlich kennen gelernt haben, interessant. Zum Lernen von Form und Techniken sind sie nicht geeignet.
(Helmut Oberlack)
>> nach oben
|
|
 |
|
Yang-Stil auf drei DVDs
Andreas W Friedrich: »Tai Ji Quan«, Selbstverlag, 3 DVDs, 33 – 48 Min.
Andreas W Friedrich hat ein Set von drei Übungs-DVDs zum Integralen Yang-Stil – so nennt er seine Variation des Taijiquan – he-rausgegeben. Jede DVD beinhaltet einen Teil der traditionellen Langform: Erde, Himmel und Mensch. Der Aufbau der drei DVDs ist gleich: Zuerst werden für den jeweiligen Teil vorbereitende Übungen vorgestellt, zum Beispiel beim zweiten Teil die Fußtritte, dann wird der jeweilige Teil dreimal gezeigt. Das erste Mal »normal«, was bedeutet, Andreas Friedrich zeigt die Form und unterteilt sie in Yin- oder Yang-Phasen. Anschließend zeigt er die Form »langsam«, wobei er die Namen der jeweiligen Figuren benennt und Bewegungsanweisungen beziehungsweise Erklärungen gibt.
Abschließend zeigt er die Form »dynamisch«. Dies bedeutet nun nicht, dass Andreas Friedrich die Form schnell läuft, obwohl er schneller als »normal« ist. Meines Erachtens versucht er die innere Dynamik der Form sichtbar zu machen. Verbale Erklärungen gibt es nun nicht mehr, dafür ist die begleitende Musik ein wenig lauter, bleibt jedoch noch angenehm im Hintergrund. Dieses recht ambitionierte Vorhaben ist für mich der interessanteste Teil der DVDs. Beim mehrmaligen Ansehen dieser Abschnitte entstand bei mir ein Gefühl dafür, was er zeigen will. Ich fragte mich, ob mir Erklärungen dazu wirklich weiterhelfen würden oder ob der Reiz gerade darin liegt, sich auf die eigene Wahrnehmung zu besinnen. Vermutlich werden die SchülerInnen von Andreas Friedrich eher wissen, was in der »Dynamik« steckt.
Die DVDs sind schnörkellos aufgebaut, die Kamera steht frontal zu ihm. Die Bilder sind schön und ruhig, sie zeigen die Bewegungen klar und deutlich und sie geben die Ruhe des Taijiquan wieder. Alles in allem eine interessante Produktion, die wohl in erster Linie für die SchülerInnen von Andreas Friedrich gedacht ist. Aber auch für ernsthaft Taiji-Interessierte ist es überlegenswert, diese DVDs zu erstehen. Wer sie hat, kann sich an der gelungenen Gestaltung erfreuen.
(Helmut Oberlack) >> nach oben
|
|

TQJ 1/2007 |
|
Yang-Stil Taijiquan
Stephan Hagen: »Tai Chi Chuan. Der alte, klassische Yang-Stil«
3 DVDs, Gesamtlaufzeit: ca. 146 Minuten, 99 EUR,
EU-ISBN 9783928288491
Stephan Hagen ist seit Jahren eine Institution in der Taiji-Szene. Nun hat er eine kleine Reihe von Lehrfilmen produziert und in einem DVD-Paket zusammengefasst. Die Filme behandeln allesamt den so genannten »alten, klassischen Yang-Stil«, wie ihn Stephan Hagen von seinen Lehrern, insbesondere Chu Gin Soon und Chu King-Hung gelernt hat.
Die DVDs beinhalten jeweils einen der drei Teile der Form. Die erste DVD wartet zudem mit einer 16-minütigen Dokumentation über Taijiquan auf, in der Stephan Hagen viel Wissenswertes über seine Kunst preisgibt. Dazu ist auf dieser ersten DVD eine Reihe von Vor-übungen vertreten, die sich auch für Anfänger gut eignen, um in die Materie einzusteigen. Natürlich weist der Autor anfangs darauf hin, dass ein Studium von DVD nicht geboten ist und eine fachkundige Unterweisung durch einen Lehrer oder eine Lehrerin nicht ersetzt. Dennoch sind die Inhalte dieser DVDs sehr umfangreich und enthalten mehr Informationen, als SchülerInnen während einer Unterrichtsstunde aufnehmen können. Somit ist der Lehrteil der DVDs eine gute Ergänzung zum laufenden Unterricht.
Auf jeder DVD ist der behandelte Teil der Form sowohl ohne Unterbrechung als auch in mehrere Abschnitte unterteilt mit jeweils zwei Wiederholungen und ausgiebigen Erklärungen zu sehen. Die Wiederholungen der Abschnitte sind zudem aus verschiedenen Perspektiven gefilmt und geben so eine gute Sicht auf alle Details der Folgen.
Alles in allem ist das Werk sehr professionell gestaltet und umgesetzt. Der Inhalt ist informativ und der Lehrteil für SchülerInnen von Stephan Hagen ein wertvolles Nachschlagewerk. Allerdings ist der Preis für das Gesamtpaket nicht so gewählt, dass man es sich mal eben nebenbei kauft.
(Frank Aichlseder)
>> nach oben
|
|

TQJ 3/2008
>> Onlinebestellung |
|
Taijiquan grundsätzlich
John Loupos: »Tai Chi Connections. Advancing your tai chi experience«
YMAA Publication Center 2006, DVD, ca. 160 Minuten
John Loupos, Yang-Stilist seit 30 Jahren mit naturheilkundlichem Hintergrund, hat eine DVD produziert, die nicht formorientiert ist, sondern Grundsätzliches zum Thema hat. Sie setzt schon Kenntnisse im Taijiquan und seiner Terminologie voraus, ist also nur für Übende geeignet. John Loupos wendet sich mit dieser DVD an alle Taiji-Übenden, unabhängig von Stil und Form.
Nach einer kurzen allgemeinen Einführung, in der er sich vorstellt, erläutert er vier Punkte: »Beweglichkeit«, »Innere Struktur«, »Qi« und »Im Moment sein«. Es folgen drei Aufwärmübungen, die einen von der alltäglichen Geschwindkeit runterbringen sollen. Er betont die Wichtigkeit, die gezeigten Übungen in der eigenen Geschwindigkeit auszuführen, und dass die eigenen Grenzen zu respektieren seien. Bereits in diesem Kapitel geht er auf die richtige Stellung von Knien, Leistengegend (Kua) und Schultern/Brustkorb sowie auf die Verbindung zur Erde ein.
Dann folgt der erste Teil der langen Yang-Form, zuerst nur gezeigt, dann mit Anleitung. Dabei geht John Loupos weniger auf den äußeren Ablauf der Bewegung ein, sondern mehr auf die Bewegungen der Hüfte, das Sinken und die Struktur des Körpers (Wirbelsäule, Füße und Knie, Schultern und Ellenbogen). Anschließend zeigt er häufige Fehler. Auch dabei legt er Wert auf die richtige Struktur des Körpers in der jeweiligen Position. Ein eigenes Kapitel widmet er dem Fehler des Hoch- und Runtergehens bei Gewichtsverlagerungen (dem »Hüpfen«), dem man unter anderem mit imaginären Halteseilen aus Gummi begegnen kann.
Es folgt ein Kapitel zum Momentum, dem Schwung, der die Bewegungen gleichmäßig macht beziehungsweise machen soll. Anschließend stellt er, erfrischend unkonventionell, noch das »Schütteln« vor, eine von ihm im Unterricht verwendete Übung, bei der man während der Form den Körper schüttelt. Abschließend wird der erste Teil der Yang-Form aus einer anderen Kameraperspektive, von schräg hinten, gezeigt.
Alles in allem eine interessante DVD, die Übenden wesentliche Prinzipien des Taijiquan näher bringt. Die Sprache ist Englisch, es gibt wahlweise Untertitel in Spanisch und Deutsch.
(Helmut Oberlack)
>> nach oben
|
|

TQJ 3/2006
>> Onlinebestellung |
|
Taiji- und Qigong-Kitsch
Jason Chan: »Tai Chi – ein Weg zu Gesundheit und Wohlbefinden«
Komplett-Media 2005, DVD, 58 min, ISBN 3-8312-9134-9
Wer gerne Qigong- und Taiji-Bewegungen in der Atmosphäre eines englischen Schlosses sieht, unterlegt mit schöner Musik und der angenehmen Stimme einer Erzählerin, der sollte sich diese DVD ansehen. Jason Chan, ein in England lebender Chinese, entwickelte das »Infinite Tai Chi«, ein Übungsprogramm, das täglich nur zehn Minuten in Anspruch nimmt und die üblichen positiven Wirkungen des Taijiquan verspricht.
Das Programm ist in drei Teile gegliedert: Warming up, Hauptteil und Warming down. Beim Warming up werden im Wesentlichen die Gelenke bewegt sowie Rumpf und Beine gedehnt. Anschließend kann man Jason Chans kurzer Form folgen, die einige Taiji- und Qigong-Bewegungen wie Stoßen, Peitsche, Wellen Kräuseln, Adlerhaltung und Knie Streifen enthält, die mehrmals hintereinander ausgeführt werden ähnlich wie beim Taiji-Qigong. Es folgen zwei Übungen zur Atmung und zum balancierten Gehen sowie das bekannte »Stehen wie ein Baum«, allerdings mit fließenden Bewegungen, und die Wolkenhände. Daran schließen sich »fünf elementare Bewegungen zur Kontrolle der Qi-Energie« an.
Bevor es zum Warm down geht, kommen noch einige SchülerInnen von Jason Chan zu Wort, die – welch Überraschung – sehr angetan von den Übungen und deutlich gesünder sind.
Ich frage mich, für wen dieses Video gemacht wurde. Qigong-Erfahrene können vielleicht eine neue Übung finden, um sie in ihr Übungsprogramm einzubauen. Für AnfängerInnen ist dieses Video ungeeignet, denn niemand kann danach lernen und das unerklärte Erwähnen von Fachtermini wie Alignment, Bogenschritt oder Qi hochziehen bringt AnfängerInnen mehr Verwirrung denn Erhellung. Auch halte ich Anweisungen wie »vollendetes Gleichgewicht und Konzentration herstellen« oder »die Gefühle herauslassen«, während sich bei den Protagonisten keine Regung zeigt, für sinnlos. Als einzige Antwort auf meine Frage fiel mir ein: Es ist ein Promotion-Video für Jason Chan. Doch ich habe Zweifel, ob die recht kitschige Aufmachung der DVD und seine affektiert wirkenden Bewegungen ihm neue SchülerInnen einbringen werden.
(Helmut Oberlack)
>> nach oben
|
|

TQJ 4/2008 |
|
Taiji spielen
Daniel Grolle: »Tai Chi Spielen DVD 1 – Übungen – Begriffe – Form«
Laogong Studios 2008, ca. 96 Min., 35 Eur zzgl. Versand,
ISBN: 978-3-00-024588-6
Die Übungen, die Daniel Grolle auf seiner Taiji-DVD vorstellt, sollen »auf einem Spielweg die Dinge entdeckbar machen, die dem Taiji zugrunde liegen«. Als langjähriger Taiji-Lehrer, der selbst zu einer Zeit mit dem Lernen begonnen hat, als es noch wenig Information und fundierten Unterricht, geschweige denn strukturierte Ausbildungen gab, hat er sehr viel damit experimentiert, wie sich die Taiji-Prinzipien erkunden lassen und körperlich spürbar werden. So sind zahlreiche Übungen entstanden, von denen er hier zwölf präsentiert.
Beim »Arme Schaukeln« wird beispielsweise in verschiedenen Stufen die Lockerheit der Arme und Schultern erspürt und verbessert, mit »Baum und Wind« kann man üben, Druck abzuleiten, »Das Meister-Feeling« ergibt sich, wenn man seine Hände eine Weile kräftig gegen den unteren Rücken drückt und dann erlebt, wie sie von alleine vor dem Körper hochschweben. Je nachdem, wo und wie jemand gelernt hat, wird das eine oder andere davon vermutlich bekannt sein, interessant ist jedoch auch die forschende Art, in der die Übungen angeleitet werden. Sie regt dazu an, selbst mehr zu experimentieren und an den Grundlagen zu arbeiten.
Zusätzlich bietet die DVD einen Teil, in dem Daniel Grolle bestimmte Begrifflichkeiten erläutert, die er in seinem Unterricht einsetzt. Neben allgemein bekannten Formulierungen, wie der von Zheng Manqing geprägten »Beautyful Ladies Hand« oder dem »Höhle Öffnen« als Bild für die geöffnete Beinhaltung, hat er auch eigene Bilder gefunden wie das »Kaffeefilter-Prinzip«, das die Weise beschreibt, in der bei Partnerübungen allmählich der Druck gesteigert werden sollte, oder »Stille Post« für die Art, Druck aufzunehmen und in genau der gleichen Intensität weiter- beziehungsweise zurückzugeben.
Als Bonus demonstriert Daniel Grolle den ersten Teil der Form nach Zheng Manqing ohne jede Erklärung, einfach zum Zuschauen. Überraschenderweise stößt man zum Schluss unter Credits auf eine kleine Einführung zu der DVD, die ich doch irgendwie vermisst hatte.
Überhaupt macht sie den Eindruck einer lockeren Sammlung, die keinen durchdachten Aufbau erkennen lässt. So erfordern zum Beispiel alle ersten Übungen einen Partner oder eine Partnerin, allein kann man sie gar nicht ausprobieren. Und es wirkt etwas seltsam, wenn zweimal hintereinander dieselbe Person vorgestellt wird – nebenbei lernen wir nämlich nicht nur Daniels Frau Cordula, sondern auch eine ganze Reihe seiner SchülerInnen kennen. Gleichzeitig wirkt diese nicht auf Perfektion ausgerichtete Art aber auch ganz sympathisch und wenig distanziert.
Insgesamt bietet die DVD vor allem Lernenden, die das Taiji intensiv erkunden wollen, und solchen, die anfangen zu unterrichten, interessante Anregungen.
(Almut Schmitz)
>> nach oben
|
|

TQJ 1/2007 |
|
Taiji-Kurzformen
Foen Tjoeng Lie: »Taijiquan Schritt für Schritt«
Kolibri Verlags GmbH, DVD, Laufzeit: 25 Minunten, Preis: 19,80 EUR(D) / 20 EUR(A), ISBN 3-928288-45-8, EU-ISBN 978-3-928288-45-3
Taijiquan Schritt für Schritt – der Name ist Programm. Nicht zum ersten Mal wird versucht, Taijiquan und/oder Qigong auf einer DVD einfach verständlich darzustellen, um so Interessierten die Möglichkeit des Selbststudiums zu geben. Wir wissen, dass das ein fragliches Anliegen ist und oftmals aus den verschiedensten Gründen scheitert.
Den vorliegenden Versuch würde ich wiederum als gelungen bezeichnen, da der Autor gar nicht erst versucht, mittels erschöpfender Erklärungen Klarheit zu schaffen. Vielmehr verzichtet er auf Erklärungen und lässt die Bilder für sich sprechen und das ist in meinen Augen ein guter Ansatz.
Die beiden behandelten Formen werden jeweils in drei unterschiedlichen Durchläufen gezeigt, was dem Betrachter im Grunde keine Frage offen lässt. Unterlegt mit sanften, sehr zurückhaltenden Klängen ergibt sich bereits beim Zuschauen eine entspannte Atmosphäre.
Foen Tjoeng Lie hat sich in den letzten Jahren mit seinen Publikationen immer mehr den Standardformen des chinesischen Sportkomitees gewidmet. Damit entgeht er der »Familienfalle«, wo jeder zu einer anderen Zeit das Gleiche gelernt hat und es dann total anders aussieht. Wiewohl wir auch wissen, dass selbst die weit verbreitete »Peking-Form« mit 24 Folgen stark voneinander abweichen kann. Wie auch immer – hier zeigt Foen Tjoeng Lie die so genannte »Stehende Säule mit Schritten« und das »Taijiquan mit 8 Folgen«. Beides sind Formen, die erst in den letzten Jahren entstanden sind und bei uns im Westen noch nicht die Verbreitung haben wie andere Formen. Allerdings ist die hier gebotene Kombination ein hervorragendes Mittel des Unterrichts, da beide Formen gut aufeinander aufbauen und sich ergänzen. Sie sind besonders geeignet für Volkshochschulen oder Einführungskurse. Mit dieser DVD finden auch TeilnehmerInnen eine gute Referenz für die Zeit nach dem Unterricht.
Somit kann ich den Inhalt empfehlen. Dass es sich um eine DVD handelt, liegt nur in der Natur der Sache: Heute macht man eben keine Videos mehr.
Kapitelwahl und die Möglichkeit, sich einzelne Figuren separat anzuschauen, sind die einzigen interaktiven Features. Allerdings empfinde ich diese Einfachheit als erfrischend. Es findet keine Technikschlacht statt.
Lustig ist, dass man in vielen Einstellungen über den Hintergrund hinaus ins Studio schauen kann. Hier wäre ein wenig mehr Sorgfalt sicher angebracht gewesen. Den Sehgenuss stört es allerdings nicht.
(Frank Aichlseder)
>> nach oben
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|