Rezensionen > Qigong-Bücher

Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden


Übungsbuch zum DYYSG

Dr. Li Xiaoqiu: »Daoyin Yangsheng Gong – Daoyin-Übungen zur Lebenspflege«
Assam Media 2011, Pb, 312 Seiten, 54,90 EUR, ISBN 978-3-9502727-2-7

Das Daoyin Yangsheng Gong (DYYSG), entwickelt im Wesentlichen von Prof. Zhang Guangde, erfreut sich seit rund 20 Jahren auch im deutschsprachigen Raum einer recht großen Beliebtheit. Umso unverständlicher war es, dass es lange Zeit kein deutschsprachiges Übungsbuch dazu gab. Vermutlich war der große Umfang dieses Systems ein Grund dafür, dass sich bis zum letzten Jahr kein Verlag daran getraut hatte. Im letzten Herbst hat nun Dr. Li Xiaoqiu, ein persönlicher Schüler von Zhang Guangde, ein umfangreiches Lehrbuch auf Deutsch veröffentlicht. Er lebt und unterrichtet seit vielen Jahren in Graz und hat auch schon zahlreiche DVDs mit den DYYSG-Übungsreihen produziert.

Dieses großformatige Buch, das bereits in der zweiten, leicht überarbeiteten Auflage herausgekommen ist, enthält folgende Übungsreihen: Gesundheits-schützendes Qigong, Leber-, Herz-, Milz-Magen-, Lungen-, Nieren-, Muskel- und Knochen-Qigong sowie das Meridian-Qigong. Dazu kommen noch die drei Methoden der Regulation von Körper, Atmung und Geist, die Methode zum inneren Nähren und das »Neue Baduanjin«, so wie es jetzt offiziell in China unterrichtet wird. Damit werden noch lange nicht alle Übungsreihen des DYYSG abgedeckt, aber zumindest die im Westen am meisten praktizierten.

Jede Übungsreihe wird ausführlich dargestellt. Dazu gehören die spezielle Theorie, die Veranschaulichung der einbezogenen Akupunkturpunkte, die Atemweise, welche Besonderheiten zu beachten sind und welche Meridiane durch die Bewegungen angesprochen werden. Der Bewegungsablauf wird genau beschrieben mit Ein- und Ausatmung, durch Zählen von eins bis vier beziehungsweise acht rhythmisiert und mit acht bis zwölf Bildern veranschaulicht.

Neben diesem praktischen Teil gibt es anfangs eine Einführung in die Grundlagen des DYYSG und einen größeren Anhang mit Erläuterungen zum Qi, zur TCM mit Meridiansystem und Wandlungsphasen und zur chinesischen Schrift und Sprache. Letzteres habe ich in einem Qigong-Buch nicht erwartet, aber warum nicht?
Das Buch ist als Arbeitsbuch konzipiert und dazu auch gut geeignet. Es ist klar, sachlich, übersichtlich aufgebaut und bietet eine Fülle von Informationen und Anregungen für die eigene Praxis. Qigong-Übende, die DYYSG nicht praktizieren, werden einen fundierten Einblick in dieses System erhalten, doch vermutlich wird diese der Preis von 54,90 Euro abschrecken. Dennoch halte ich ihn wegen der Fülle an Informationen und der relativ kleinen Auflage, die so ein spezielles Fachbuch hat, für gerechtfertigt. Ein Hardcover wäre wohl schöner, würde allerdings den Preis noch weiter in die Höhe treiben.
(Helmut Oberlack)

 

Qigong für Tinnitus?

Jin Wenchu/Katharina Waibel: »Tinnitus Heilbuch. Das Selbstheilungs-Programm aus dem medizinischen Qigong«
Nymphenburger 2011(6), 64 S., geb., 9,99 EUR[D]/10,30 EUR[A]/15,90 CHF (UVP), ISBN 978-3485011396

Es gibt Bücher, die kann man guten Gewissens empfehlen. Es gibt Bücher, da kann man das nicht. Und dann gibt es solche wie das vorliegende, die den Rezensenten ratlos werden lassen. Aber eins nach dem anderen.

Aus medizinischer Sicht: Der Titel ist eine Frechheit und bestätigt die Vorbehalte seriöser Forscher und Behandler paramedizinischen Verfahren gegenüber. Er verhöhnt 20 Jahre intensiver neurootologischer und psychosomatischer Forschung und Erfahrung und es ist nur zu hoffen, dass er nicht von den Autoren stammt. Kurz gesagt: Wenn das hier dargestellte Qigong im behaupteten Maß heilen oder helfen würde, wäre es Teil jeder Standardbehandlung!
Damit nicht genug, es wird auch noch ein ziemlich naives Bild der Traditionellen Chinesischen Medizin gezeichnet. So schreiben die Autoren von »Organen« statt Funktionskreisen und beziehen die Funktion der Ohren auf die »Organe« Niere und Leber. Selbst auf einer einfachen Akupunkturkarte ist zu sehen, dass schon über den Verlauf der Leitbahnen auch die Funktionskreise Dünndarm, Dreifacher Erwärmer und Gallenblase Einfluss auf die Ohren haben. Unverständlich ist auch, dass die TCM-typische, in der Regel höchst individuelle Diagnose nicht erforderlich zu sein scheint. Sicher, das Buch ist nur 60 Seiten dick – aber so geht das nicht!

Zum Qigong: Grundhaltungen, Atem-übungen, Heilende Laute und Selbstmassage werden als Übungsprogramm mit Bildern illustriert vorgestellt. Dieser Teil ist eindeutig die Stärke des Buches, zeigt er doch die tatsächliche Kompetenz der Autoren. Allerdings kommt der Yangsheng-Aspekt zu kurz: Die Übungen und nicht eine durchgehende Änderung des Lebensstils werden als wirksames Mittel dargestellt.

Das ist zwar nützlich, da jede Ablenkung, unspezifische Entspannung und die achtsame Beschäftigung mit sich selbst auch im Umgang mit Tinnitus sinnvoll sind; aber das tatsächliche Potenzial des Qigong als Einstieg in eine sich selbst zugewandte, akzeptierende Grundhaltung, die sowohl Selbstkompetenz als auch Selbstwirksamkeit stärkt und sich mittel- bis langfristig auf alle Bereiche des Lebens ausdehnen kann, wird nicht einmal angedeutet. Qigong bleibt auf der Ebene einer Gesundheitstechnik.

Fazit: Ein nettes, gutes und sinnvolles Buch für Menschen, die entsprechende Übungen bei eine qualifizierten Kraft erlernen und die Übungsanleitungen als Erinnerung mitnehmen wollen. Aber mit der Behandlung von Tinnitus hat das höchstens indirekt etwas zu tun.
(Knut Jöbges)

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Rundumprogramm für die fünf Organfunktionskreise

Armin Fischwenger: »Organübungen des Qigong«
Books on Demand 2010, broschiert, 84 Seiten, 19,50 Euro, ISBN 978-3-8423-6834-7

Ein ansprechend gestaltetes, kleines Bändchen liegt da in meiner Hand: »Organübungen des Qigong« von Armin Fischwenger, Ausbilder für Taijiquan und Qigong und Vorstandsmitglied der Taiji & Qigong Gesellschaft Österreich. Das Buch bietet eine Einführung ins Qigong (die fünf Regulationen, der Fluss des Qi, die Lage von wichtigen Energiezentren), in die Theorie von Yin und Yang und die fünf Wandlungsphasen. Dann wird noch auf den Unterschied eingegangen, dass bestimmte Übungen eher dazu geeignet sind, Qi auszuscheiden, und andere dazu, Qi aufzunehmen.

Ein längerer Abschnitt über Qrganaktivierung enthält Massage-, Atem- und Dehnungs-übungen für jedes Organ. Auch das Abklopfen der Organe gehört dazu. Schließlich widmet sich der Autor den »Sechs heilenden Lauten« und dem Qigong-Gehen, das er aus dem System des Guolin Qigong nimmt und neben einer Grundvariante je eine Schrittart für jedes Organ beschreibt.

Dem Buch ist anzumerken, dass der Autor sich intensiv mit diesen verschiedenen Übungen auseinandergesetzt hat. Er sieht in ihnen ein hohes Potenzial, durch bewusstes Ausscheiden von Belastendem und Anregung der Selbstregulation des Organzyklus selbsttätig auf die eigene Gesundheit einzuwirken und auch mit akuten Problemen des Alltags anders umzugehen. Hier verschiedene bewährte Übungssysteme zu kombinieren erscheint mir einleuchtend und das Buch ist eine Einladung, die Wirksamkeit durch eigenes Üben zu erkunden.

Leider hat das Buch einige Schwächen und ich hätte Armin Fischwenger ein fachkompetentes externes Lektorat gewünscht. Manches steht allzu unvermittelt nebeneinander, die Bezüge sind nicht immer klar. Die Beschreibungen der Übungen, die leider mit sehr wenig Bildmaterial gestützt werden, sind aus meiner Sicht keinesfalls ausreichend, um sie nur aus dem Buch nachzuvollziehen. Ein Beispiel: Bei der Aktivierungsübung zur Milz heißt es »Die Dehnung erfolgt mit einer Einatmung nach rechts zur Seite und ein wenig nach hinten«. Hier kann ich mir eine Menge Varianten in der Ausführung vorstellen. Welche soll es bitte sein? Keine Abbildung zeigt die Körperhaltung während der Dehnung und so bleibe ich ratlos.
Nun taugen Qigong- und Taiji-Bücher selten dazu, nur durch ihre Lektüre Übungen zu erlernen. Leider vermittelt das Buch wie andere auch ein wenig den Eindruck, dass dies möglich wäre. Mir scheint es aber eher eine sehr interessante Zusammenfassung für schon Übende zu sein, um sie in ihrer Praxis zu unterstützen und an die vielen Aspekte der Organübungen zu erinnern.
(Dietlind Zimmermann)

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Christliche Spiritualität des Leibes

Christian Hellmann: »Christentum und Qi Gong – Hinführung zu einer Spiritualität des Leibes«
LIT Verlag 2010, 106 Seiten, 19,90 EUR (D), 20,50 EUR (A), 31,90 CHF,
ISBN 978-3-8258-9319-4

Christian Hellmann ist evangelischer Pfarrer und Theologe mit tief gehenden Kenntnissen des Qigong. In seinem Buch, das auf seiner Doktorarbeit basiert, geht er der Frage nach, wie christliche Spiritualität und Qigong, als Beispiel für eine alternative Heilmethode aus einem ganz anderen Kulturkreis, in einen Dia-log gebracht werden können. Dabei interessiert es ihn besonders, die strikte Trennung von Körper und Seele in unserer modernen Gesellschaft aufzuweichen hin zu einer Spiritualität des Leibes, die gegründet ist auf die christliche Lehre und die Bibel.
Am Anfang des Buches bin ich über einen Satz gestolpert, der die Schwierigkeiten dieser Thematik deutlich macht: »Denn wer heilt, muss nachweisen, in wessen Namen er heilt, denn die Wirkung einer Heilung kann letztlich nur von Gott kommen.

Kommt sie aber vom falschen Gott, ist nicht nur der Leib, sondern auch die Seele in Gefahr.« Dahinter verbirgt sich auch die Frage, ob ich Daoist werden muss, um Qigong üben zu können, oder ob ich schon Buddhist bin, wenn ich die Übung »Der Knabe betet den Buddha an« praktiziere. Behutsam nähert sich der Autor diesen Fragestellungen, spannt einen Bogen von der Entstehung der Leibfeindlichkeit in unserer Gesellschaft hin zur Sehnsucht der Menschen nach Heilung, nach einem heilen Leben.

Interessant sind die Darstellung der verschiedenen Wirkebenen des Qigong, die Deutungsversuche des Qi und die Einführung des Begriffs »numinoses Qi«. Das Wuwei-Prinzip verdeutlicht Christian Hellmann sogar mit einem Zitat der Bergpredigt, findet also auch Gemeinsames, Verbindendes. Am Ende des Buches werden Auszüge aus dem Vorbereitungspapier Nr. 11 für die Konferenz über Weltmission und Evangelisation »Der Heilungsauftrag der Kirche« aufgeführt, die die Deutung zulassen, dass Körpertechniken wie Qigong als Heilkonzept gewürdigt werden können, weil sie eine positive Wirkung auf den Menschen haben. Dies ermöglicht nicht nur eine Wiederentdeckung der christlichen Heiltraditionen, sondern fördert auch den weltweiten interreligiösen Dialog bis hin zu einer Globalisierung der Körperkonzepte. »Eine christliche Spiritualität, die den Leib und die Körpererfahrung des Menschen in den Blick nimmt, wird eine heilsame Spiritualität sein, heilend an Körper, Geist und Seele.«
(Elvira Glück)

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Qigong-Bewegungsmeditation

Nicolaus Klein: »Auf den Schwingen des Drachen. Qi-Gong-Bewegungsmeditation für Gesundheit, Glück und Wohlbefinden«
Schirner 2010, TB, 304 Seiten, 10,95 EUR, ISBN 978-3-89767-683-1; zugehörige CD 13,95 EUR

Wenn in den letzten Jahren häufig beklagt wurde, dass Qigong zunehmend auf seine gesundheitsfördernden Wirkungen reduziert wird, so kann man das für das Buch von Nicolaus Klein sicher nicht sagen. Nicolaus Klein ist Psychotherapeut, Astrologe, Meditations- und Kampfkunstlehrer. Während auf den Fotos seine Taekwondo- Vergangenheit noch erkennbar ist, kommt im Text vor allem seine Zen-Schulung zum Ausdruck. Qigong wird ganz ausdrücklich als Bewegungsmeditation eingeführt.
Der Autor betont, dass es für die Wirkung der Übungen sehr ausschlaggebend ist, mit welcher Bewusstheit sie praktiziert werden. Wenn es an der entscheidenden inneren Haltung fehle, könne der alchemistische Prozess, „eine bleierne Seele in eine goldene Seele zu verwandeln“, nicht stattfinden. Daher geht er ausführlich auf die verschiedenen Aspekte ein, die diese innere Haltung ausmachen. Auf fast 50 Seiten erläutert er die Prinzipien der Achtsamkeit, der (Selbst-)Bewusstheit, der Präsenz, der Einfachheit, der Absichtslosigkeit, der Entspannung, der Langsamkeit und des Fließens, der Ruhe und Stille, der Einheit, der Regelmäßigkeit und Disziplin und des Lernens sowie die Bedeutung der Vorstellungskraft, des Atems, des Qi, der Rahmenbedingungen, das Ritual und die besondere Qualität des Lächelns.

Es gelingt Nicolaus Klein, Wesentliches verständlich und anschaulich darzustellen und klar zu machen, „worum es eigentlich geht“. Er liefert in seiner theoretischen Einführung eine gute Ergänzung zu vielen eher oberflächlichen oder einseitig medizinisch orientierten Publikationen. Allerdings kommt die dritte Säule des Qigong, die Regulierung von Körper, Haltung und Bewegungen hier zu kurz. Dies erscheint mir insbesondere deswegen problematisch, weil der Autor darauf hinweist, dass jedeR problemlos allein nach dem Buch die Qigong-Übungen lernen kann und es ohnehin wichtiger sei, auf die eigene Wahrnehmung als auf einen äußeren Lehrer zu hören.

Möglicherweise spricht Nicolaus Klein hier aus eigener Erfahrung, falls er persönlichen Unterricht im Qigong erlebt hat, scheint dieser zumindest nicht der Erwähnung wert gewesen zu sein. Es ist ihm sowohl in seinen theoretischen Ausführungen als auch in den Übungsanleitungen sowie im Kapitel über die Wirkung der Übungen auf die Gesundheit anzumerken, dass er nicht vorrangig aus dem Qigong kommt, sondern seine Erfahrungen aus der Astrologie, als Meditationslehrer und Heilpraktiker hier auf den Bereich des Qigong anwendet.

Die beschriebenen einfachen Übungen im Stehen, in halbhoher Position, im Sitzen und im Liegen hat er aus unterschiedlichen Übungsreihen zusammengestellt und er macht mehrere Vorschläge für kurze oder lange Übungsfolgen. Jeweils eine Morgen- und eine Abendübungsreihe sowie eine Sitzmeditation werden auf der zugehörigen Audio-CD angeleitet.

Anders als der Autor würde ich „Auf den Schwingen des Drachen“ nicht für Qigong-Neulinge empfehlen – auch wenn die gut bebilderten Übungen äußerlich relativ leicht nachzuvollziehen sind –, dafür aber allen, die in ihrer Qigong-Praxis die meditative Seite vermissen oder sich diesbezügliche Anregungen wünschen.
(Almut Schmitz)

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Herr Fu und der Weg zum Glück

Awai Cheung: »Die Qi Formel. Die fünf Geheimnisse der inneren Zufriedenheit«
Unzer 2010, 96 Seiten, 50 Farbfotos und -illustrationen, Hardcover, 12,99 Euro (D)/13,40 Euro (A)/23,50 sFr, ISBN 978-3-8338-1928-5

Kennen wir nicht alle diese wunderbaren asia-tischen Geschichten und Gleichnisse, in denen uns auf heitere, leicht verständliche Weise die tiefgründigsten philosophischen Erkenntnisse nahegebracht werden? Awai Cheung ist es gelungen, diese Tradition aufzunehmen. Er erzählt die Geschichte von Herrn Fu, einem weisen alten Chinesen, und einem jungen Mann aus dem Westen, der als Ich-Erzähler auftritt. Der gestresste Jungmanager lernt Herrn Fu bei seiner ersten Asienreise im Park kennen ... Eine Geschichte nach dem Muster: Der Lehrer sucht sich seinen Schüler.

Liebevoll entfaltet sich eine kleine Geschichte in fünf Kapiteln aus fünf Tagen des Erlebens. Und am Ende wird der junge Mann »die fünf Geheimnisse der inneren Zufriedenheit« kennengelernt haben: Gesundheit, Harmonie, Stille, Lebensfreude, Bescheidenheit. Mit ihm lernt der Leser die Grundzüge der Yin/Yang-Lehre, der Theorie der fünf Wandlungen, der Bedeutung von Meditation und der Regulierung von Geist und Herz kennen – sowie fünf Qigong-Übungen, die den fünf »Geheimnissen« zugeordnet sind: »Der Tanz des Phönix«, »Die zwei Drachen schieben den Felsen«, »Das Jademädchen bewegt das Rad«, »Die Rückkehr des Frühlings« und »Der Kranich zeigt seine Lebenskraft«.

Awai Cheung wuchs in Deutschland auf und kam als Kind bei Reisen zu seinen asiatischen Verwandten mit Gongfu, Taijiquan und Qigong in Berührung. Heute arbeitet der Qigong-Lehrer erfolgreich als Gesundheitsmanager für Firmen, als Personal Coach und als Autor.

»Die Qi Formel« ist eine absolut gelungene Einführung ins Qigong und das alte asiatische Denken. Es kann auch Menschen ansprechen, die mit theoretischer Lektüre leicht überfordert sind. Das Bändchen ist in seiner Bebilderung und Gestaltung ein optisches Vergnügen und die vorgestellten Übungen sind, in der Verbindung aus Bild und Text, gut nachzuvollziehen. Kalligraphien, Zitate chinesischer Weisheiten und ein Gleichnis zu jedem Kapitel runden das Buch ab. Ersetzt es einen Unterrichtenden? Sicher nicht. Aber es »macht Appetit« – und zwar mit Genuss. Unter Fachbüchern eine Seltenheit und deshalb: für Anfänger sehr empfehlenswert.
(Dietlind Zimmermann)

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Der Qigong-Weg der Frau

Petra Hinterthür:»Lotusblüten-Qigong. Das Geheimnis der Lotusblüte – der Qigong-Weg der Frau«
Windpferd 2010, 424 Seiten, 19,95 Eur [D] / 20,60 Eur [A], ISBN-13: 978-3893856275

Was zeichnet dieses Buch aus? Dass hier ein weiblicher Blick auf die eher männlich dominierte Tradition des Qigong geworfen wird? Dass ein kenntnisreicher Brückenschlag zwischen uraltem fernöstlichen Erfahrungswissen des Daoismus und dem historischen Abriss über die Rolle der Frau im europäischen und im chinesischen Kulturkreis gelingt? Dass in der Systematik der Sieben-Jahres-Zyklen die Entwicklung vom Mädchen zur weisen Frau so dargestellt wird, dass für den jeweiligen Lebensabschnitt virulente Themen und Probleme in ihren medizinischen, sozialen und psychologischen Aspekten verbunden werden mit praktischen Übungsmöglichkeiten und Tipps beispielsweise für jeweils indizierte Heilkräuter?

In der Tat hat Petra Hinterthür mit diesem Buch ein Kompendium geschaffen, das grundlegende Einsichten und Übungswege aus der Tradition des daoistischen Qigong aus weiblicher Sicht präsentiert und für heutige Frauen einen reichen Schatz hebt: Ermutigung für ein spannendes, sprühendes, aber auch innehaltendes, in sich ruhendes weibliches Dasein. Was dieses Buch aber aus meiner Sicht wirklich unverwechselbar macht und es an allererster Stelle auszeichnet, ist der persönliche Ausdruck. Die Autorin lässt die Leserin, den Leser teilhaben an ihrer Bio-graphie und ihrem Erkenntnisweg, an den Rückschlägen und Höhenflügen und an ihrer Ausbildung im Qigong. Mögen auch manche Informationen über das Meridiansystem, über das daoistische Evolutionsmodell oder über die Yin/Yang-Prozesse schon bekannt sein, so sind sie doch erfrischend – sozusagen mit »Anfängergeist« – beschrieben und in Zusammenhang mit der »weiblichen Sicht« gebracht. Darüber hinaus bietet das Buch eine Fülle von Übungen, die klar dargestellt sind und Lust zum Ausprobieren machen.

Übrigens sind die Fotos und Graphiken zu den Übungen sehr ansprechend. Dass sie in Schwarz-Weiß gehalten sind, ist eher ein Gewinn, denn so harmonieren sie mit den Kalligraphien zu zentralen Begriffen des Qigong.

Die Affirmationen am Ende der jeweiligen Kapitel unterstreichen, dass Qigong eben von der engen Wechselwirkung zwischen Gedanken, Körper, Gefühlen und inneren Bildern lebt. Das Bild der Lotusblüte enthält die Essenz des weiblichen Weges.
(Vera Kaltwasser)

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Die Alchemie des Qigong

Gerhard Milbrat: »Himmel – Erde – Mensch – Einführung in die Alchemie des Qigong«
Lotus Press 2010, Pb, 228 Seiten, 21,80 Eur [D]/21,80 Eur[A],
ISBN 978-3-935367-70-7

»Alchemie«, dieses Umwandeln von Einfachem in Gold, hat immer etwas Geheimnisvolles und Unglaubwürdiges. Nun gibt es beim Qigong eine innere Alchemie, die auch etwas umwandelt. Zwar erhält der innere Alchemist kein Gold, aber schon etwas Wertvolles. Gerhard Milbrat behandelt dieses Thema angenehm »unaufgeregt und normal«. Von Anfang an macht er deutlich, dass die Alchemie des Qigong keine geheimnisvolle Zauberei für ein Leben im Kloster ist, sondern dass sie für alle Menschen zugänglich ist und mit regelmäßigem Üben und dem Beachten von wesentlichen Prinzipien des Qigong zu tun hat, nicht mehr und auch nicht weniger.

Im ersten Teil des Buches erläutert Gerhard Milbrat die theoretischen Grundlagen. Dabei bringt er sowohl traditionelles chinesisches Wissen als auch moderne wissenschaftliche Erkenntnisse zusammen. Im Mittelpunkt dieser Betrachtung stehen immer der Mensch und seine Verantwortung für sein Leben. Es gelingt ihm in diesem Teil immer wieder, direkt auf den Punkt zu kommen und nur das Wesentliche darzustellen, so dass dieser Teil trotz seines großen Umfangs nie unnötig ausschweifend wird.

Im praktischen Teil legt Gerhard Milbrat viel Wert auf die korrekte Ausführung der Übungen. Er stellt zwar einige vor, aus dem Jinggong und dem Donggong sowie mehr experimentelle zur Vorbereitung, die er als gute Übungen für den alchemistischen Weg kennt. Aber er betont auch, dass andere Übungen genauso wirkungsvoll sein können. Die Beschreibungen und Erklärungen der Übungen sind knapp und präzise und kommen oft ohne Abbildungen aus. Sie enthalten außerdem die Zielsetzungen und Hinweise, worauf besonders zu achten sei. In diesem Teil geht der Autor auch auf verschiedene Aspekte des Übens ein und beschreibt die acht Stufen der inneren Alchemie, die zu durchlaufen sind.

Fazit: Dieses Buch setzt einige Qigong-Erfahrung voraus, um auch einen wirklichen Gewinn zu erhalten. Es ist überaus erfreulich, wie Gerhard Milbrat dieses Thema sehr erdverbunden und praxisorientiert angeht. Da stören auch die kleinen Pannen beim Lektorat nicht ernsthaft. (Helmut Oberlack)

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TQJ 3/2007

Wirbelsäulen-Qigong

Dr. med. Monika C. Jiang: »Chan Mi Qi Gong – Durch einen gestärkten Rücken zu innerer Harmonie«
Haug 2006, 172 Seiten, 17,95 EUR, ISBN 3-8304-2223-7

Ich habe Monika C. Jiang als sehr bodenständige und gleichzeitig hoch qualifizierte Qigong-Lehrerin kennen gelernt. Sie ist Ärztin für Traditionelle Chinesische Medizin und verheiratet mit dem chinesischen Chanmi-Qigong-Lehrer Jiang Xue Lin, mit dem zusammen sie auch Qigong-Seminare durchführt.

Ihr neues Buch gibt eine ausgesprochen fundierte Einführung in die Basisübungen des Chanmi Qigong, die auch als Wirbelsäulen-übungen bezeichnet werden. Die langsamen, entspannten Übungen bestehen aus einer Wellen-, einer Pendel-, einer Drehbewegung der Wirbelsäule sowie einer freien Kombinationsbewegung. Dabei wird der ganze Körper mit einbezogen, so dass einseitige Belastungen vermieden werden und der Körper insgesamt profitiert. Auf diese Basisübungen bauen alle Übungen des Chanmi Qigong auf, die weit über Wirbelsäulenübungen hinausführen.

Nach einer allgemeinen Einführung beschreibt die Autorin ausführlich die Übungen. Die detaillierten Erläuterungen werden durch viele Fotos und konkrete Tipps zum richtigen Üben veranschaulicht. Im zweiten Teil wird die zentrale Übung der Mittelstufe dargestellt, »Yin Yang He Qi Fa«, »Die Verbindung von Yin, Yang und Qi«. Daran schließen sich noch zwei Spezialübungen an, eine zum Senken des Blutdrucks und eine Augenübung. Das Buch schließt mit einem Kapitel über die Anwendung des Chanmi Qigong im Alltag und kleineren Übungen, zum Beispiel zum Einschlafen oder Kurzübungen am Arbeitsplatz.

Insgesamt ist das Buch eine empfehlenswerte Einführung in die Basisübungen und die Mittelstufe des Chanmi Qigong. Allerdings hätte ich mir deutlichere Warnungen vor dem eigenständigen Üben ohne direkte Anleitung gewünscht. Denn besonders Menschen mit Rückenbeschwerden neigen zu Fehlhaltungen und ein Ausführen der Übungen in falscher Körperhaltung kann größere Probleme verursachen. Außerdem hätte ich mich über mehr Fotos mit Jiang Xue Liu gefreut, weil gerade die Fotos von ihm ein Gefühl für die innere Essenz der Übungen vermitteln.
(Elvira Glück)

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TQJ 4/2010

Qigong-Klassiker neu aufgelegt

Dr. Josephine Zöller: »Das Tao der Selbstheilung«
Bacopa 2009, 400 Seiten, 35 Euro, ISBN 978-3-901618-64-2

Das lange Zeit vergriffene Buch von Josephine Zöller, der Pionierin des Qigong in Deutschland, ist wieder erhältlich. Dankenswerterweise hat der Bacopa Verlag »Das Tao der Selbstheilung« neu herausgegeben.

Nun sollte niemand bei dieser Neuauflage etwas Neues erwarten, denn außer dem Format, Layout und Umschlag hat sich nichts geändert. Nach dem Vorwort – unter anderem mit der Schilderung erstaunlicher Qigong-Phänomene, die die Autorin bei Vorführungen selbst miterlebt hat, – führt Josephine Zöller in Qigong ein. Der Hauptteil des Buches beginnt mit den theoretischen Grundlagen, es folgen dann eine Vielzahl von Übungen, die detailliert beschrieben werden.

Zuerst kommen Übungen in körperlicher Ruhe (darunter der »Kleine Kreislauf« und die »Sechs heilenden Laute«), dann folgen Übungen mit körperlicher Bewegung: die »Zehn Meditationen aus dem Berge Wu Dang«, die »Acht Brokat Übungen« (im Sitzen und im Stehen), der »Atem des Drachen«, das Jingang Qigong und die »Achtzehnfache Methode der Übung«. Bei den anschließenden Übungen mit körperlicher Fortbewegung führt die Autorin unter anderem »Das Spiel der Fünf Tiere« und das »Neue Qi Qong« von Frau Guolin sowie spezielle Übungen für die Krebstherapie an.

Die Übungen sind ausreichend ausführlich beschrieben und illustriert, sofern jemand gute Qigong-Erfahrungen mitbringt. Es gibt sicherlich Qigong-Bücher, die diesbezüglich viel ausführlicher sind, allerdings beinhalten diese dann nur wenige Übungen. Josephine Zöller legt bei den Beschreibungen viel Wert auf Jiegong und Shougong, auf die vorbereitenden und die abschließenden Übungen, die die gesamte Übung erst richtig zur Geltung kommen lassen.

Fazit: Das Buch richtet sich nicht an AnfängerInnen, sondern an diejenigen, die sich ernsthaft für Qigong interessieren. Diese sollten den Klassiker ihr eigen nennen können.
(Helmut Oberlack)

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TQJ 2/2008

Qigong im Wechsel der Jahreszeiten

Yürgen Oster (Hrsg.): »Dao Shi – Die Übungen des Chen Xiyi. Qigong im Wechsel der Jahreszeiten«
Lotus-Press 2005, 182 Seiten, Preis 19 EUR, ISBN 3-935367-09-0

Das Besondere an den Übungen des Chen Xiyi ist, dass es für jedes der 24 Qi, was in diesem Fall jahreszeitliche Abschnitte von etwa 15 Tagen meint, eine spezielle Übung gibt. Das heißt, es wird im Wesentlichen immer nur diese eine Übung praktiziert, die auf die Erfordernisse der jeweiligen Jahreszeit abgestimmt ist, ergänzt durch eine abschließende Selbstmassage. Hinzu kommen zu Beginn und zum Abschluss jeder der vier Jahreszeiten für das erste beziehungsweise das letzte Qi eine vorbereitende beziehungsweise eine abschließende Übung, die die Organe, die den jeweiligen Jahreszeiten entsprechen, noch zusätzlich auf die Übergänge einstimmen. Diese sind jedoch nicht alle überliefert. Alle Übungen sind relativ einfach und werden bis auf zwei im Sitzen ausgeführt.

Das Dao Shi ist eine vermutlich etwa 1000 Jahre alte Tradition, die auf einfache Art das Üben mit dem Wechsel der Jahreszeiten verbindet und damit immer den ständigen Wandel im Kosmos vergegenwärtigt. Yürgen Oster hat die Anleitungen auf der Basis verschiedener Quellen zusammengestellt und mit einer Einführung in die Grundlagen, die in diesem Fall auch den alten chinesischen Kalender einschließen, und Erläuterungen, auch zu den Wirkungen, versehen. Außerdem hat er zu jeder der Übungen, bei denen man traditionell auf dem Boden sitzt, eine Variante auf einem Hocker entwickelt, um sie auch weniger beweglichen Menschen zugänglich zu machen. Diese sind durch Fotos veranschaulicht, zu den überlieferten Übungen gibt es historische Zeichnungen.

Die Abschnitte zu den Jahreszeiten werden durch entsprechende Zitate aus dem Huangdi Neijing Suwen eingeleitet, außerdem fasst der Autor die Merkmale des Hauptorgans der jeweiligen Wandlungsphase zusammen. Die Übungsbeschreibungen sind gut nachvollziehbar und laden dazu ein, die unterschiedlichen Wirkungen auszuprobieren. Inwieweit sich die klimatischen Gegebenheiten und Erfordernisse in unseren Regionen mit denjenigen, unter denen diese Übungen entstanden sind, decken, ist sicher noch ein weites Forschungsgebiet. Auf jeden Fall ist das Buch eine gute Anregung für Menschen, die schon eine gewisse Erfahrung mit energetischen Körperübungen haben, Leben und Üben stärker auf den Lauf der Jahreszeiten abzustimmen.
(Almut Schmitz)

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TQJ 1/2009

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Qigong in der Psychotherapie

Claus Fischer/Micheline Schwarze: »Qigong in Psychotherapie und Selbstmanagement«
Leben lernen 2007, 264 Seiten, 24 Eur, ISBN 978-3-608-89060-0

Obwohl die Traditionelle Chinesische Medizin ganzheitlich ist und die Gefühle nicht vom Körper getrennt betrachtet werden, gibt es dennoch in China eine Tabuisierung psychischer Themen, selbst behandelnden Ärzten und Therapeuten teilt man solche Probleme nicht mit. Langsam entsteht jedoch mehr Offenheit, wie auch die Psychotherapie im Westen immer mehr den Körper einbezieht. Für die Annäherung von östlichen und westlichen Sichtweisen, aber auch für die Akzeptanz des Qigong im ärztlichen und psychotherapeutischen Bereich leistet dieses Buch einen Beitrag.

Claus Fischer arbeitet als Psychotherapeut in der Klinik für psychosomatische Medizin in Bielefeld. Micheline Schwarze ist Atemtherapeutin, Hakomi-Therapeutin und Trainerin für Persönlichkeitsentwicklung. Beide sind Qigong-Dozenten der Medizinischen Gesellschaft für Qigong Yangsheng und setzen in ihrer Arbeit Qigong als psychotherapeutische Methode zur Förderung der psychischen Stabilität und der positiven Selbstwahrnehmung ein. Nach einer Einführung in theoretische Grundlagen und Prinzipien des Qigong beschreiben sie auf wissenschaftlicher Grundlage die Wirkmechanismen des Qigong und deren Einfluss auf die Psyche, wie zum Beispiel die Zentrierung im Dantian und die Ichstärkung, Körperwahrnehmung als Mittel der Selbsterkenntnis und das Erden zur Unterstützung des Selbstkontaktes und der Gegenwartsorientierung.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Ressourcenorientierung des Qigong zu, die in den letzten Jahren auch in den etablierten Psychotherapieverfahren immer wichtiger wird. Beispiele aus der Praxis und einfache Wahrnehmungsübungen aus dem Qigong veranschaulichen die theoretischen Erläuterungen. Das Buch schließt mit einer kurzen Darstellung einiger Übungen aus den 15 Ausdrucksformen des Taiji-Qigong. Die Übungen werden zum Nachmachen beschrieben, wovor allerdings gleichzeitig gewarnt wird. So können sie Nicht-Qigong-Praktizierenden nur zur Veranschaulichung dienen.

Überhaupt wendet sich der Verlag an Fachleute aus den helfenden Berufen, an psychologisch Interessierte und an alle nach Lösung ihrer Probleme Suchenden. Für diesen Personenkreis ist das Buch sicherlich eine gute Einführung in Qigong. Aber auch für Qigong-LehrerInnen und vor allem -AusbilderInnen ist das Buch empfehlenswert, um ein größeres Verständnis für die Wirkung des Qigong auf die Psyche zu bekommen und mögliche Reaktionen von SchülerInnen und deren psychische Situation besser zu verstehen.
(Elvira Glück)

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TQJ 3/2006

Die neuen alten Qigong-Formen

Dokuho J. Meindl: »Gesundheit & Qigong«
AllSense 2005, 112 Seiten Pb, Preis 19,80 EUR[D] / 20,40 EUR[A]
,
ISBN 3-00-016793-5

Nachdem im letzten Jahr die neuen, offiziell durch das chinesische Gesundheitsministerium propagierten Variationen von Yijinjing, Baduanjin, Wuqinxi und Liuzijue im deutschsprachigen Raum vorgestellt wurden und bereits ein erster Kongress zu diesen vier Qigong-Formen stattgefunden hat, kam auch ein Buch dazu heraus.

Dokuho J. Meindl, der diese Formen in China gelernt hat und sie nun hierzulande unterrichtet, stellt in diesem Buch die vier Formen recht ausführlich dar. Zahlreiche Bilder und gute, manchmal etwas knappe Beschreibungen ermöglichen es Qigong-Erfahrenen, einen Eindruck von den neu festgelegten Abläufen dieser traditionellen Formen zu erhalten. Auch die Hinweise zum jeweiligen Schwerpunkt der Übungen sind hilfreich.

Bei jeder einzelnen Übung gibt Dokuho Meindl noch kurze Erläuterungen zur Wirkung, die manchmal allerdings zu allgemein sind wie „Gute Übung für die Gelenke« oder „Fördert die Vitalität des Organismus«. Hier wären ausführlichere Beschreibungen besser gewesen, so wie sie bei den »Acht Brokat Übungen« zu finden sind. Beim »Spiel der fünf Tiere« wie bei den »Sechs heilenden Lauten« steht die Wirkung auf das Meridiansystem im Vordergrund.

Der erste Teil des Buches enthält eine kurze Einführung in Qigong, wobei die fünf Elemente im Mittelpunkt stehen. So gibt es auch eine kurze Übersicht über »Beschwerden der einzelnen Organsysteme« und eine »Typologie der Fünf Elemente«, die in der dargebotenen Kürze zu sehr nach »Sternzeichen kurz beschrieben« klingt. Wenn man dieses Thema schon erwähnt, sollte man ihm doch mehr Platz einräumen. Gut gelungen ist die knappe Vorstellung der Meridiane, bei der nur die in den Übungen wichtigen Punkte erwähnt werden.

Trotz der Schwächen finde ich dieses Buch für diejenigen, die diese vier Qigong-Arten praktizieren, hilfreich, schon um vergleichen zu können, wie die Übungen im modernen China ausgeführt werden. Als Anfängerlektüre sehe ich das Buch nicht.
(Helmut Oberlack)

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TQJ 1/2007

Qigong fürs Herz

Alvis G. Gaußmann, Michael D. F. Schmidt: »Der HerzKreis«
Schmidt & Gaußmann 2004, 275 Seiten, 29 EUR[D] / 29,90 EUR[A]
,
ISBN 3-933928-33-8

Es ist noch gar nicht so lange her, dass Ärzte vor »dem Unfug aus fremden Kulturen« warnten. Umso erfreulicher ist die Tatsache, dass sich zunehmend mehr Ärzte für Qigong interessieren, es ihren PatientInnen empfehlen oder sogar selbst lernen und weitergeben. Alvis G. Gaußmann und Michael D. F. Schmidt sind Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin und haben ihren Arbeitsschwerpunkt in der psychosomatischen Therapie. Beide beschäftigen sich seit vielen Jahren mit verschiedenen westlichen und östlichen Methoden wie Körperarbeit nach Wilhelm Reich, Kampfkunst und Buddhismus, die sie in ihre Arbeit integriert haben. Daraus ist »Der HerzKreis« entstanden, ein umfassendes Buch zum Thema Herz und Herzkrankheiten.

Konzipiert für HerzpatientInnen und deren Angehörige will das Buch die Angst vor Herzkrankheiten nehmen und neue ganzheitliche Wege aufzeigen, mit Krankheiten des Herzens umzugehen. Dabei legen die Autoren großen Wert darauf, die Lebenseinstellung und die Gefühle einzubeziehen oder – wie sie es nennen – die Intelligenz des Herzens, die unsere eigentliche Natur ist, eine Kraft, »die Resonanz erzeugt, mit anderen, mit der eigenen Person und einer höheren Intelligenz«.

Das schön gestaltete Buch beginnt mit einer umfassenden Einführung in die medizinischen und psychologischen Zusammenhänge der Herzfunktionen unter Einbeziehung der Psychosomatik. Der eigentliche Hauptteil des Buches beschreibt eine Reihe von Bewegungsübungen, die ganz offensichtlich aus dem Qigong kommen, ohne dass dies explizit gesagt wird. Die Übungen wurden modifiziert und sind ganz nach ihrer Wirkungsweise auf das Herz, die Atmung und auf die Gefühle dargestellt. Dies ist sicherlich ein interessanter neuer Ansatz für das Qigong, aber dennoch habe ich dabei das Gefühl, dass etwas von der Komplexität und Tiefgründigkeit des Qigong verloren geht.

Eine Qigong-Übung wirkt niemals nur auf ein Organ, sondern immer auf den ganzen Körper, also alle Organe und alle Meridiane. Gerade diese Ganzheitlichkeit trägt zur Effizienz der Übungen bei. Obwohl die Autoren einen ganzheitlichen Ansatz anstreben, haben sie diesen energetischen Aspekt leider ganz weggelassen.

Dennoch ist »Der HerzKreis« ein empfehlenswertes Buch, da es sehr viele Informationen über die Physiologie des Herzens aus ganzheitlicher Sicht vermittelt und auch eine neue Gesprächsgrundlage mit der Schulmedizin bietet.
(Elvira Glück)

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TQJ 3/2009

Neiyanggong

Liu Yafei: »Innen Nährendes Qigong – Neiyanggong«
Urban & Fischer 2008, 264 Seiten geb., 59,95 EUR, ISBN 978-3-437-57130-5

Sicher zur Freude aller Neiyanggong-Übenden ist 2008 ein Buch von Liu Yafei auf Deutsch erschienen, in dem sie die Übungsmethoden der Grund- und der Mittelstufe dieses Systems sehr systematisch darstellt. Beide Stufen gliedern sich jeweils in Übungen in Ruhe und Übungen in Bewegung, wobei die bewegten Übungen neben dem beschreibenden Text durchweg mit klaren Fotos gezeigt werden. So haben Übende ein hervorragendes Nachschlagewerk zur Hand, um sich die gelernten Übungen wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Aber auch für all diejenigen, die andere Qigong-Formen üben, hält das Buch viele Informationen bereit. Der erste Teil »Zur Geschichte und Theorie des Neiyanggong« ist in seinen Erläuterungen zur Entwicklungsgeschichte des Qigong, zur Theorie der Traditionellen Chinesischen Medizin zur Behandlung von Krankheiten durch Qigong sowie zu Übungsprinzipien und beim Üben zu beachtenden Punkten durchweg auf Qigong im Allgemeinen zu beziehen. Auch die darin enthaltenen Erkenntnisse sowohl der chinesischen als auch der modernen Medizin über die Wirkungen des Qigong sind nicht auf Neiyanggong beschränkt.

Es ist außerordentlich interessant, diese Aspekte von einer chinesischen Ärztin, die noch dazu quasi ihr Leben lang Qigong erlebt, gelernt und später dann an unzählige PatientInnen und SchülerInnen weitergegeben hat, dargestellt zu bekommen. Liu Yafeis Vater, Liu Guizhen, prägte in den 50er Jahren den Begriff »Qigong« als Oberbegriff über die in China bis dahin unter verschiedenen Bezeichnungen entwickelten Übungen, die das Qi kultivieren. Er war einer der ersten, die Qigong systematisch als Heilmethode für die therapeutische Anwendung an die Öffentlichkeit brachten, und gründete die erste Qigong-Klinik in Beidaihe, die seit vielen Jahren von Liu Yafei als Vizedirektorin geleitet wird. Hier wird Qigong nicht nur als Hauptbehandlungsmethode eingesetzt, sondern gleichzeitig wissenschaftlich erforscht. Die ganzheitliche medizinische Wirkung der Übungen steht daher auch im Buch im Vordergrund und wird im theoretischen wie im Übungsteil eingehend behandelt.

Viele der vorgestellten Übungen vor allem der Grundstufe sind für Menschen mit Qigong-Erfahrung gut nachvollziehbar, es handelt sich dabei um Bewegungen, die als »Selbstmassage zur Gesunderhaltung« bezeichnet werden und teilweise in ähnlicher Form auch in anderen Systemen bekannt sind. Besonders wertvoll fand ich die Hinweise und verschiedenen Methoden zum Erreichen von Entspannung und Ruhe. Die Regulierung von Körperhaltung, Atmung und Geist gelten Liu Yafei als Voraussetzung für das weitere Üben, wobei sie immer wieder betont, dass es um Natürlichkeit geht, und jeder Versuch, etwas erzwingen oder forcieren zu wollen, das Üben behindert.

Was das Buch nicht vermitteln kann, sind ihre Lebhaftigkeit und ihr strahlendes Wesen – aber zum Glück haben viele sie ja schon in Seminaren oder zum Beispiel auf den Deutschen Qigong-Tagen leibhaftig erlebt.
(Almut Schmitz)

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TQJ 4/2007

Qigong nicht nur für AnfängerInnen

Thomas Methfessel: »Qigong für Anfänger«
Verlag Jopp 2004, 155 Seiten geb., Preis 14,90 EUR[D] / 15,40 EUR[A] / 24,90 SFr, ISBN 978-3-0350-5060-8

Thomas Methfessel, ein langjähriger Taiji- und Qigong-Lehrer, hat dieses Buch geschrieben, weil er mit keinem der bis dato erschienenen Bücher zufrieden war. Er suchte nach einem Buch, das nicht umfangreich ein komplettes System beschreibt, sondern kleinere Übungen des Donggong und Jinggong enthält.

Dementsprechend ist dieses Buch eine sehr persönliche Zusammenstellung von Übungen geworden, die er im Laufe der Jahre kennen gelernt hat. Thomas Methfessel richtet sich im Wesentlichen an LeserInnen, die schon etwas Qigong-Erfahrung gesammelt haben. Auch die eine komplexere Übung ist meiner Einschätzung nach für Beginnende geeignet, sie müssen sich eben nur 16 Bewegungen merken, was leichter gesagt als getan ist. Die Bewegungen sind gut beschrieben und illustriert, so dass es mit ein wenig Erfahrung möglich sein sollte, die Übungen nachzuvollziehen.

Das Buch beginnt mit der Darstellung der Geschichte des Qigong. Diese ist nur kurz zusammengefasst, vermittelt aber dennoch einen guten Eindruck in die Entwicklung dieser Lebenskunst. Auch die folgenden Kapitel mit den theoretischen Grundlagen und Beschreibungen der gesundheitlichen Wirkungen haben mir gefallen. Thomas Methfessel beschäftigt sich in diesen Kapiteln relativ viel mit der Frage »Qigong und Naturwissenschaft« und erwähnt einige Forschungen und Kongresse. Allerdings kann im Rahmen eines solchen Buches das Thema nur angerissen werden. Ihm gelingt es ganz gut, trotz oder wegen der Kürze einen guten Überblick zu geben. Auch bei den Grundlagen wie Qi, Yin/Yang, den drei Schätzen und den fünf Wandlungsphasen bringt er, lebendig beschrieben und mit persönlichen Erfahrungen durchsetzt, das Wesentliche rüber.

Fazit: Ein gelungenes Buch für Beginnende – das natürlich keinen Unterricht ersetzt und dieses auch nicht soll –, aber von dem auch Menschen mit Qigong-Erfahrung profitieren können.
(Helmut Oberlack)

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Qigong für AnfängerInnen

Siegbert Engel: »Qigong für mich, Innere Ruhe und Energie für den Alltag«
BLV 2009, 2. Auflage, Neuausgabe, 128 Seiten, verdeckte Spiralbindung, EUR 14,95, ISBN 978-8354-0511-0

Schon die Präsentation macht klar: Dies soll ein Praxisbuch sein. Optimal dafür ist die Spiralbindung, die ein Aufschlagen beliebiger Seiten als Sichtstütze beim Erlernen der Übungen leicht macht. Siegbert Engel geht es offensichtlich darum, stressgeplagte Menschen dazu zu verlocken, mit Qigong zu beginnen. So ist das Inhaltsverzeichnis überschrieben mit »Was Ihnen dieses Buch bringen soll« und das erste Kapitel lautet »Erste Schritte zu einem glücklichen Leben« – na, wenn das nicht verführerisch klingt ...

129 Farbfotos und einige Illustrationen geben optische Hilfestellung. Durchgehend erscheint ein farblich abgesetztes Kästchen »Mein Rat«, in dem der Autor praxisbezogene zusätzliche Tipps gibt, so wie ein Lehrer es vielleicht auch beim Unterrichten täte.

Wohltuend zu lesen sind die ersten 30 Seiten, die sich mit der »Entwicklung des Qigong« beschäftigen. Der Autor schafft es, in knapper Form einen guten Überblick zu geben, ohne historische Ungenauigkeiten oder Mystifizierungen – erstklassig, finde ich. Die Entstehungsgeschichte, die »drei Schätze«, das System Mikrokosmos-Makrokosmos sowie Meridiane und Vitalpunkte werden hier behandelt.

Der Praxisteil ist unterteilt in: »Zur Ruhe kommen«, »Wieder neue Energie tanken« und »Übungen, die den Qi-Fluss anregen«. Das ist insofern nachvollziehbar, weil es ein didaktisch sinnvoller Aufbau für ein Hineinfinden ins Qigong ist, und trägt andererseits der Idee Rechnung, dass die LeserInnen sich den eigenen Bedürfnissen entsprechende Übungen aussuchen können. Insgesamt werden Übungen in Stille, bewegte Übungen und auch einige Akupressurtechniken vorgestellt.
Wie immer in solchen Fällen muss ich es bedenklich finden, dass dieses Buch stark den Eindruck erweckt, als ob es auf dem Weg zum Qigong als Begleitung ausreichen würde – ein lebendiger Lehrer werde nicht gebraucht. So kommt es auch, dass man von der Fülle der Anweisungen, worauf man alles zu achten habe, ein wenig erschlagen wird: kein Wunder, wenn der Autor versucht – etwa im Kapitel »Die Praxis des Qigong«, das scheinbar alle Grundfragen zu den nachfolgenden Übungen klären soll, – möglichst jede wichtige Übungsanweisung, die ein Lehrer gewöhnlich über viele Wochen und Monate verteilt, auf wenigen Seiten zu vermitteln.

Hier hätte ich mir mehr Hinweise oder Ermunterung des Autors gewünscht, bei Interesse oder Fragen nach einem kompetenten Unterricht zu schauen. Gerade weil dies ein engagiertes und auch gelungenes Einführungs- und Praxisbuch ist! In der Fülle der Tipps ist es aber sicher auch eine interessante Lektüre für Menschen, die schon in einer Übungsgruppe mit der Praxis begonnen haben. Insofern für Unterrichtende ein guter Tipp für die SchülerInnen.
(Dietlind Zimmermann)

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TQJ 2/2009

Qigong mit den Wandlungsphasen

Petra Hinterthür: »Qigong nach den Fünf Elementen«
Gräfe und Unzer 2008, 80 Seiten und DVD (200 Min.), 19,90 EUR[D]/20,50 EUR[A]/35,90 CHF, ISBN 978-3-8338-0504-2

In der erfolgreichen Reihe »Lust zum Üben« von Gräfe und Unzer (GU) hat Petra Hinterthür ein Qigong-Buch veröffentlicht, in dem sie Übungen speziell zu den fünf Elementen zusammengestellt hat. Wie immer bei den Büchern von GU ist auch dieses klar und übersichtlich aufgebaut, nicht zu umfangreich und für eine Zielgruppe geschrieben, die keine Vorkenntnisse im Qigong haben muss.

Petra Hinterthür gelingt es in den einleitenden Kapiteln recht gut, Qigong und die fünf Elemente in der vorgegebenen Kürze vorzustellen. Mit einer lebendigen Sprache schafft sie den Spagat zwischen dem knappen Platz und den vielfältigen Inhalten, die das Thema bietet. Der anschließende praktische Teil beginnt mit einigen vorbereitenden Übungen, der Hauptteil ist dem Thema entsprechend in die einzelnen Elemente aufgegliedert. Jedes Element wird kurz vorgestellt, wesentliche Störungen auf der körperlichen und der psychischen Ebene werden aufgelistet und anschließend gibt es jeweils vier Übungen, wie immer bei GU schön bebildert. Dabei ist jeweils eine aus den »Sechs heilenden Lauten« entnommen und eine aus dem »Organstärkenden Gehen«. Abschließend gibt es die Übung »Fünf-Elemente-Harmonie«, die alle Elemente verbindet.

Ob die Bewegungsbeschreibungen ausreichend verständlich sind, ist immer so eine Frage, sowohl für AutorInnen als auch für RezensentInnen. Ich denke, ganz ohne Vorerfahrung im Qigong wird auch dieses Buch wohl nicht ausreichen. Glücklicherweise liegen den Büchern dieser Reihe »Silberlinge« bei, zuerst waren es nur CDs mit gesprochenen Übungsanweisungen. Seit einiger Zeit sind es DVDs, auf denen alle Übungen auch angeschaut werden können. Diese DVD ist ausgesprochen gut gemacht, ein klares und einfaches Menu und schöne Bilder mit Wechseln zwischen Frontalansicht und Detailaufnahmen. Die Autorin ist selbst zu sehen und zu hören, so werden spätestens hier die Übungen nachvollziehbar.

Fazit: Buch und DVD zusammen ergeben ein gelungenes Paket, aus dem gerade Menschen mit Qigong-Vorerfahrung sich ein Programm zusammenstellen können, wenn sie an den Elementen orientiert üben möchten.
(Helmut Oberlack)

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TQJ 1/2008

Qigong in der Therapie

Ute Engelhardt, Gisela Hildenbrand, Christa Zumfelde-Hüneburg (Hrsg.): »Leitfaden Qigong – Gesundheitsfördernde und therapeutische Übungen der chinesischen Medizin«
Urban & Fischer 2007, 583 Seiten, 69,95 EUR, ISBN 978-3-437-56340-9

Es hat etwas länger gedauert bis zum endgültigen Erscheinen, aber nun liegt der »Leitfaden Qigong« endlich vor. Schön ist er geworden – handliches Format in Kunststoffbinndung und ausgesprochen übersichtlich strukturiert. Man nimmt ihn gern in die Hand und die Namen der Herausgeberinnen bürgen bereits für Qualität.

In diesem Buch soll gezeigt werden, wie Qigong in der Prävention und bei häufigen Krankheitsbildern therapeutisch eingesetzt werden kann. Dementsprechend ist das Buch aufgebaut: Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Qigong, seine Wirkweisen und Übungsprinzipien gliedert sich der Hauptteil des Buches in diagnostische Methoden der TCM, praktische Therapieempfehlungen bei häufigen Krankheitsbildern, Anwendungsgebiete für Qigong und Beschreibungen von praktischen Übungen. Die Kapitel über die Therapieempfehlungen und über die Übungen nehmen davon mit jeweils 200 Seiten den größten Teil ein.

Besonders haben mir die Therapieempfehlungen gefallen, sehr differenziert und fundiert werden die einzelnen pathologischen Zustände der Funktionskreisläufe beschrieben unter Einbeziehung der typischen Anzeichen, des therapeutischen Ansatzes, mit Hinweisen zur Ausführung von Qigong-Übungen und auf Akupunkturpunkte zur Selbstmassage. Ein unbedingtes Muss für Qigong-LehrerInnen.

Leider gibt es einige unverständliche Redundanzen im Buch. Zum Beispiel wird das Thema Schmerzen ausführlich im Kapitel »Praktische Therapieempfehlungen« behandelt und im anschließenden Kapitel über Anwendungsgebiete für Qigong dann noch einmal – man fängt also an hin- und herzublättern. Und auch dem Anspruch, »ein übergreifendes Buch zur praktischen Anwendung des Qigong im Rahmen der chinesischen Medizin« zu erstellen, wird nicht entsprochen, da die Herausgeberinnen und alle AutorInnen aus dem Umfeld des Qigong Yangsheng kommen und sich auf Qigong-Übungen aus diesem Bereich konzentrieren. Schade, dass andere Methoden nicht mit einbezogen wurden, aber dennoch ist ein sehr empfehlenswertes Buch herausgekommen, nicht gerade für AnfängerInnen, aber für Qigong-LehrerInnen und vor allem für AusbilderInnen.
(Elvira Glück)

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Qi Gong – Der Fliegende Kranich

TQJ 1/2008

Der Fliegende Kranich

Petra Hinterthür/Astrid Schillings: »Qi Gong – Der Fliegende Kranich«
Windpferd 2006, 7. überarbeitete Auflage, 320 Seiten, 14,90 EUR[D]/ 15,40 EUR[A]/ 26,80 SFr, ISBN 978-3-89385-461-5

»Der Fliegende Kranich« von Petra Hinterthür und Astrid Schillings kam 1989 heraus, als die »Kranich-Welle« von China nach Mitteleuropa schwappte. Es wurde zu einem beliebten Qigong-Buch, nicht nur weil auch in Europa viele den Kranich übten und gute Qigong-Bücher eh noch rar waren, sondern weil es den beiden Autorinnen gut gelungen war, Grundlagen des Qigong zu beschreiben. Zudem widmete Astrid Schillings ein eigenes, umfangreiches Kapitel der äußeren Praxis und dem inneren Weg, also dem, worauf es eigentlich ankommt. Mittlerweile gibt es zu all diesen Themen viel umfangreichere Literatur, dennoch bleibt diese Zusammenstellung gelungen.

Den Kern des Buches bildet natürlich die Beschreibung des Bewegungsablaufes, ein eigenes Kapitel beschreibt die Meridiane und führt die Punkte auf, die beim Kranich von Bedeutung sind. Bei der Beschreibung hat Petra Hinterthür einige Veränderungen mit aufgenommen, die durch ihre jahrelange Praxis und Unterrichtstätigkeit entstanden sind.

Die Überarbeitung der siebten Auflage betrifft auch die nun gute Qualität der Bilder, die bisher mitunter »unterirdisch« war. Es sind auch einige neue Fotos dabei. Das neue Cover wirkt ebenfalls »frischer« als das alte.

Leider wurde das Kapitel »Geschichte des Qigong« nicht überarbeitet. Allerdings geht Petra Hinterthür in ihrem zweiten Vorwort auf die Entwicklung des Qigong und speziell des Kranichs in China nach 1989 ein. Es wäre besser gewesen, dies in dem dafür vorgesehenen Kapitel zu tun, und schön wäre auch eine Überarbeitung der Literaturliste gewesen. Nichtsdestotrotz ein empfehlenswertes Buch.
(Helmut Oberlack)

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TQJ 3/2009

Qigong für den Rücken

Helko Brunkhorst: »Rücken Qi Gong – damit Ihr Rücken stark und geschmeidig wird«
Joy 2009, 1. Auflage, 172 Seiten broschiert, 18,95 EUR, ISBN 978-3928554701

Helko Brunkhorst, Sportwissenschaftler, Sporttherapeut sowie Taiji- und Qigong-Lehrer versucht den durchschnittlichen Westler – sachorientiert und wirkungsbezogen denkend – da abzuholen, wo er eben steht, und ihn so in die Welt des Qigong zu führen. Ausgehend vom Menschen als »Bewegungswunder« gibt er eine entwicklungsgeschichtlich logische Erklärung, warum unsere Lebensweise zur Volkskrankheit Rückenbeschwerden führt. Aus westlicher sporttherapeutischer Sicht entwickelt er ein gutes Argumentationsgerüst, warum Qigong den Bedürfnissen eines rückenstabilisierenden Trainings bestens gerecht wird. Etwas schwach ist der Teil über die dem Qigong zugrundeliegenden philosophischen Strömungen. Ansonsten beruft er sich auf historische Abhandlungen über das Daoyin, wie die »Übungen zum Leiten und Dehnen« von Sima Chengzhen und verknüpft diese mit dem anatomischen Wissen, dass er zuvor dargelegt hat. So ist das Ganze sehr einleuchtend und gut nachvollziehbar.

Das Buch ist klar und übersichtlich und dabei ansprechend gestaltet. Der Teil mit praktischen Übungsanleitungen macht gut ein Drittel des Buches aus und ist in vier Abschnitte unterteilt: allgemeine und spezielle Haltungs- und Bewegungshinweise, Übungsbeschreibungen für Wirbelsäule, Schultern/Arme, Becken/Beine und ausgewählte Übungen im Sitzen. Alle Abschnitte nutzen die gut gekennzeichneten Erläuterungen für Rückbezüge, so dass es zu jeder Übung eine Menge Hinweise zur korrekten Ausführung gibt. Leider ist die Beschreibung der Bilder nicht immer ganz schlüssig. Der Text spricht zum Beispiel immer vom Oberkörper, meint damit manchmal den oberen Rumpf, manchmal auch Bewegungen des ganzen Rumpfes.

Immer wieder gibt es Hinweise darauf, dass die Bewegungsweise ganzheitlich sein soll – auch wenn der Fokus der Beschreibung bestimmte Körperregionen in den Vordergrund stellt.

Das Buch bietet im Anhang eine großzügige Literaturliste und neben dem Institut des Autors weitere Adressen, wo man Qigong-LehrerInnen finden könne. Verständnis habe ich dafür, dass dort die Akademie seines Lehrers Frieder Anders an erster Stelle genannt wird. Irritierend finde ich allerdings, dass ansonsten weder die Deutsche Qigong Gesellschaft, das Netzwerk Taijiquan & Qigong Deutschland oder eine andere große Organisation genannt werden. Eine solche Engführung auf die »eigene Qigong-Familie« finde ich unangebracht und bedauerlich für das insgesamt empfehlenswerte Buch.
(Dietlind Zimmermann)

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TQJ 4/2008

Yijinjing

Hans-Peter Sibler: »Stärkendes Qigong: Yi Jin Jing«
Bacopa 2007, gebunden, 164 S., 29 Eur[D]/29 Eur[A], ISBN 978-3-901618-40-6

Hans-Peter Sibler übt seit mehr als 30 Jahren Taijiquan und Qigong und sein bereits 1994 erschienenes Buch über Yijinjing stieß auf großes Interesse. Über zehn Jahre lang war es nicht mehr erhältlich, doch nun ist es im Bacopa Verlag neu und überarbeitet aufgelegt worden.
Es ist mehr als nur ein Buch, in dem eine Qigong-Art vorgestellt wird. Natürlich nehmen die 24 Übungen, die der Autor ausgesucht hat und schön bebildert vorstellt, den größten Raum ein, doch seinen Charme machen einerseits das sehr schöne, luftige Layout und andererseits Klaus-Peter Siblers Art, das »Drumherum« zu beschreiben, aus.

Mit »Drumherum« meine ich die ersten vier Teile, in denen er den Hintergrund des Yijinjing und wesentliche Begriffe erklärt sowie Hinweise zum Üben gibt. Seine nette und freundliche Art, mit der er die Bedeutung des ernsthaften Übens erläutert und dabei zum spielerischen und stressfreien Umgang mit den vorgestellten Übungen auffordert, macht das Lesen zum Vergnügen.

Im fünften Teil kommen dann die Übungen dran. Jede wird mit einem großen Farbfoto eingeleitet, das Übende – von jung bis alt – in Alltagssituationen zeigt. Allein dadurch wird das Üben alltäglich. Die Übungen selbst sind nicht sehr kompliziert, gut erläutert und bebildert. Es gibt mitunter für Fortgeschrittene einen extra Hinweis auf die Atmung, und für jede Übung gibt der Autor die wesentlichen Wirkungen an.

Mit einer schönen Idee endet das Buch: 24 Kärtchen, für jede Übung eine, mit dem Farbfoto auf der Vorder- und einer Kurzanleitung auf der Rückseite. Sie können herausgetrennt und als Übungshilfe leicht überall hin mitgenommen werden, so wie ein Kartenspiel.
Fazit: Schön, dass es das Qigong-Buch von Hans-Peter Sibler wieder gibt.
(Helmut Oberlack)

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TQJ 3/2008

Shaolin Qigong

Shi Xinggui: »Shaolin Qi Gong – Energie in Bewegung«
Koha 2007, 124 Seiten mit Übungs-DVD, 16,95 EUR[D], 17,50 EUR[A], 30,70 SFR , ISBN 978-3-86728-023-5

Titel und Autor von »Shaolin Qi Gong – Energie in Bewegung« hören sich traditionell chinesisch an, aber das Buch ist entstanden aus einer interessanten west-östlichen Zusammenarbeit und vermittelt Qigong in einem westlichen Stil, ohne die chinesischen Wurzeln aufzugeben. Die österreichische Qigong-Lehrerin Eleonore Vogl lernte im Jahr 1995 auf einer Chinareise den Shaolin-Mönch Shi Xinggui kennen, der bereits zwei Jahre später nach Österreich umsiedelte. Seitdem arbeiten die beiden in Österreich zusammen und unterrichten Qigong, Chan Meditation, Taijiquan und Gongfu. Nun ist ihr erstes gemeinsames Buch mit einer beiliegenden Übungs-DVD erschienen. Zusätzlich haben sie gemeinsam mit dem Musiker Sayama eine CD mit Qigong-Musik herausgebracht.

Es ist ein kleines, feines Büchlein entstanden, liebevoll gestaltet mit etlichen chinesischen Tuschezeichnungen – leider erfährt man nicht, wer sie gemalt hat – und vielen Fotos, die den Ablauf der Übungen veranschaulichen. Auf der Basis seiner Ausbildung im Shaolin-Kloster hat Shi Xinggui einen eigenen Qigong-Stil für westliche Menschen entwickelt mit einfachen Übungen, die durch sanfte, harmonisierende Bewegungen bewirken sollen, dass der Körper beweglicher wird und der Geist sich entspannt. Nach einer kurzen Einführung in die Grundlagen des Qigong, die auch für Anfänger verständlich ist, werden die einzelnen Übungen mit klaren, einfachen Worten beschrieben.

Besonders gut gefällt mir, dass gleich eine DVD beiliegt, auf der man sich alle Übungen des Buches anschauen kann. Allerdings verführt das sicherlich dazu, dass auch Anfänger versuchen, die Übungen ohne Lehrer, nur nach Buch und DVD zu praktizieren, was leicht zu falscher Ausführung und damit zu Problemen führen kann.

Die Musik, zu der die Übungen auch auf der DVD ausgeführt werden, haben Shi Xinggui und der Musiker Sayama zusammen entwickelt. Sie besteht aus einer bunten Mischung verschiedener Instrumente von asiatisch bis hin zu Keyboards, dazu verschiedenen Samplern, Vogelgesang und Walgesängen. Musik ist nun mal Geschmackssache. Anderen wird es gelingen, danach Qigong zu üben, ich habe es probiert, aber leider nicht geschafft. Aber Buch und DVD finde ich gelungen.
(Elvira Glück)

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TQJ 2/2008

Stilles Qigong

Paul Shoju Schwerdt: »Stille ist das Licht des Herzens – Handbuch des Stillen Qigong«,
Theseus 2008, 160 Seiten, 14,95 EUR, ISBN 978-3-7831-9501-9
Paul Shoju Schwerdt: »Stille ist das Licht des Herzens – Anleitungen zum Stillen Qigong«,
Theseus 2008, CD, ca. 70 Minuten

Nach »Mit Qigong durch das Jahr« hat Paul Shoju Schwerdt nun ein zweites Buch geschrieben, das sich wohltuend unterscheidet von so manch anderen Qigong-Büchern, die allesamt nach einer kurzen Einführung viele Übungen beschreiben, die man dann doch nicht nach dem Buch üben kann. Hier ist dagegen mehr als die Hälfte des Textes den theoretischen Hintergründen des Stillen Qigong gewidmet sowie dem, was man vielleicht am ehesten als Selbstkultivierung bezeichnen kann. Dieser Teil wirkt dabei keineswegs »theoretisch«, sondern ausgesprochen lebensnah und spannt einen weiten Bogen von unserem alltäglichen Umgang mit uns selbst bis hin zur Erleuchtung – und auch die erscheint hier keineswegs abgehoben.

Anschaulich und lebendig gelingt es Paul Shoju Schwerdt mit einfachen und auch für AnfängerInnen verständlichen Worten erstaunlich tief in das Stille Qigong einzuführen. Dabei schöpft er aus seinem reichen Erfahrungsschatz als Taijiquan- und Qigong-Praktizierender und als Zen-Dharmahalter in der Linie von Bernard Glassman Roshi. An manchen Stellen folgt er allerdings etwas der chinesischen Tradition des »Verschleierns«, deutet an, macht neugierig und geht darüber hinweg. Wo ist nun tatsächlich der berühmte »mystische Pass« und was hat es damit auf sich?

Im praktischen Teil beschränkt er sich auf einige einfache Übungen, unter anderem für den Atem, den »Kleinen himmlischen Kreislauf« und eine wunderbare Reise durch die fünf Wandlungsphasen. Diese Übung hätte ich mir auf der CD gewünscht, die mit dem Untertitel »Anleitungen zum Stillen Qigong« verheißt, eine Übungs-CD zu sein, aber schlichtweg nur ein Hörbuch ist – sehr schön vom Autor gelesen – und doch nur den verkürzten Text des Buches wiedergibt sowie drei kleine Übungen daraus. Wer eine Anleitung für die Reise durch die fünf Wandlungsphasen haben will, muss eine Extra-CD kaufen oder selbst eine besprechen.

Der Anhang des Buches wartet mit einer erfreulichen Zugabe auf, der kommentierten Übersetzung des daoistischen Klassikers
»Tianyinzi« zur weiteren Inspiration und wohl auch als Hinweis darauf, dass die daoistische Literatur sehr viel mehr und teilweise praxisnähere Texte umfasst als die von Laozi und Zhuangzi. Insgesamt ein wirklich empfehlenswertes Buch für alle Qigong-Interessierten.
(Elvira Glück)

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TQJ 3/2008

Stressbewältigung durch Qigong

Dorit Stövhase: »Stressbewältigung durch Qigong. Theoretische und empirische Untersuchungen zur Stressbewältigung und Qigong-Übungspraxis«
Prolog, Reihe Bewegungslehre und Bewegungsforschung Band 20, 2006, 415 Seiten, 34,80 EUR[D], 35,80 EUR[A], ISBN 3-934575-23-4

Dorit Stövhase hat ihre Doktorarbeit im Fachbereich Sportwissenschaften der Frage gewidmet, inwieweit Qigong einen positiven Beitrag im Umgang mit Stress leisten kann. Auch wenn die meisten Qigong-Praktizierenden aus eigener Erfahrung wissen, dass Qigong ihnen in stressigen Situationen hilft, ist ihre sehr differenzierte Betrachtung des Themas interessant.

Bereits die Kapitel, die das Phänomen »Stress« genauer beleuchten und verschiedene Theorien aus diesem Bereich vorstellen, machen deutlich, wie pauschalisierend wir mit dem Begriff im Allgemeinen umgehen. Den Schwerpunkt in der theoretischen Herangehensweise legt Dorit Stövhase auf das Salutogenese-Konzept nach Antonovsky, das weniger auf die vermeintlichen Stressoren als auf die Entwicklung eigener Kompetenzen im Umgang mit Stress gerichtet ist.

Die eigentliche Untersuchung fand auf drei Ebenen statt: einer Analyse der vorhandenen Qigong-Literatur, einer qualitativen Studie anhand von narrativen Interviews mit sieben Menschen, die bereits seit mindestens zwei Jahren Qigong üben, und einer quantitativen Befragung mittels Fragebögen in Qigong-Anfängergruppen sowie zum Vergleich in Aerobicgruppen. Ihre Vorüberlegungen, die Hypothesenbildung, die Durchführung der empirischen Untersuchung und die Beurteilung der Ergebnisse sind sehr detailliert dokumentiert. Dabei zeigt sich weniger eine direkte Wirkung des Qigong-Übens auf das körperliche und emotionale Befinden als eine indirekte über eine allmähliche positive Beeinflussung der Selbstwahrnehmung, der Lebensführung, im Umgang mit dem eigenen Körper und den eigenen Bedürfnissen und in der Interaktion mit dem Umfeld.

Entsprechend dem Salutogenese-Modell legt sie besonderen Wert auf die Eigenverantwortlichkeit jedes Menschen für sein Leben und damit auch den Umgang mit Stress. Sie kritisiert die in der Literatur teilweise übertrieben dargestellten Wirkungen und insbesondere »religiös-esoterische Deutungsversuche«, die ihrem wissenschaftlichen Ansatz entgegenstehen. Mit ihren eigenen Ergebnissen kommt sie zu dem Schluss, dass »die Leiberfahrungen im Bewegungs- und Meditationssystem Qigong als eine Ressource zur Stressbewältigung eingeschätzt werden können«.
Eine weitere Fragestellung der Arbeit ist auf den Einsatz von Qigong in herkömmlichen Gesundheits- sowie Erziehungs- und Fortbildungsinstitutionen gerichtet. Mit ihrer wissenschaftlichen Herangehensweise liefert Dorit Stövhase hier sicher allen AnbieterInnen gute Argumentationshilfen. Auch wenn ihre Dissertation wie bei solchen Arbeiten üblich nicht immer ganz leicht zu lesen ist, stellt sie eine lohnende Lektüre dar für alle, die sich eingehender mit diesem Thema befassen möchten.
(Almut Schmitz)

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ryzek

TQJ 2/2010

Taiji-Qigong einmal anders

Jürgen Ryzek: "Taiji-Qigong. Bewegte Stille"
Hannover 2009, Pb, 163 Seiten, 14,90 Euro (D)/ 15,40 Euro (A), ISBN 978-3-89993-579-0

Der erste Eindruck: eine Irritation. Der Begriff Taiji-Qigong wird gängigerweise für die sogenannten 18 Bewegungen verwendet, um die geht es hier aber nicht. Der Autor möchte uns ein neues Übungssystem vorstellen. Er nennt es »Taiji-Qigong« mit dem Untertitel „Bewegte Stille“. Es hat, so verspricht er, seine "Wurzeln in der unverfälschten Tradition und passt diese an die veränderten Bedürfnisse der modernen Lebensform an". Insbesondere weist er darauf hin, dass „diese spezielle Choreographie in Minuten innerhalb des Aktionsradius eines Bürostuhls ausgeführt werden kann“. Das scheint sinnvoll und kann durchaus nützlich sein.

Zugleich verspricht er, dies neue System sei die Essenz aus Taiji und Qigong. Nun ist er nicht der erste, der aus der Fülle der beiden alten Übungssysteme für sich ein neues kreiert, in der Meinung, die Zusammenfassung enthalte allemal die Essenz. Das mag stimmen oder nicht – ich neige bei solchen Aussagen, in Respekt vor der kaum auszulotenden Fülle des alten Wissen, zu Skepsis.

Die Darstellung der Übungsabfolge nimmt gut 100 Seiten des Buches ein, sorgsam bebildert mit Fotos und Fußdiagrammen. Die Beschreibungen sind so ausführlich wie möglich und ihnen ist viel Detailwissen über den philosophischen Hintergrund (Fünf Wandlungen beispielsweise), die Anwendungsbilder aus der Kampfkunst und die energetischen Dynamiken hinzugefügt worden. Die getroffenen Zuordnungen erschließen sich mir allerdings nicht immer – ich will aber nicht ausschließen, dass dies möglich wäre, wenn man denn treulich über lange Zeit dies System im Üben studiert.

Hier kommen wir allerdings zu dem für mich wirklich kritischen Punkt: Dies Buch ist eindeutig mit der Absicht geschrieben worden, der Leser könne sich ein Übungssystem, das „die Essenz von Taiji und Qigong“ enthält, allein durch die Lektüre dieses Buches im Selbstversuch beibringen.

Über den Autor Jürgen Ryzek ist zu lesen, dass er sich seit 30 Jahren mit „spirituellen und feinstofflich-energetischen Themen“ beschäftigt und auf eine 20-jährige Karriere als Business-Berater zurückschaut. So kann ich biographisch nachvollziehen, dass er vielleicht gerade für ein Klientel in der Geschäftswelt etwas greifbar-kompakt-effektiv wirkendes anbieten wollte. Passend dazu kommt das Buch im Layout möglichst sachlich funktional daher.

Zugleich zeigt der Inhalt seiner Einführungskapitel mit den Titeln „Stille schafft Raum“, "Eine Vision vom Menschen“, "Wege der Wahrnehmung“ und "Gleichgewicht im Wandel“ deutlich, dass er sich sehr ber die Notwendigkeit bewusst darüber ist, den Fokus vom rein intellektuellen und funktionalen Zugriff auf Welt zu verschieben in eine Wahrnehmung des „lebendigen Köpers“, wie er es nennt. Schön und schlüssig leitet er aus der neuen Wahrnehmungsweise dann eine neue Handlungsweise ab, die mit Taiji-Qigong einzuüben sei. Er stellt sie unter die drei Leitsätze: 1. Ich spüre mich, 2. Ich folge dem Rhythmus, 3. Ich ziele genau.

Wie er aber zu der Sicherheit gelangt, dass eine solche Wandlung von einer verkopft-abstrakten zur sinnlich-ganzheitliche Lebenshaltung allein aus einem Buch zu bewerkstelligen sei, das obendrein auch im Layout eher unsinnlich ist, bleibt mir ein Rätsel.

So ist dies Buch ein hübsches Paradox: Es vermittelt mir den Eindruck, dass hinter ihm ein interessanter Lehrer steckt – der von dem Buch nicht ersetzt werden kann. Dies wird besonders deutlich, gerade weil das Buch es behauptet.
(Dietlind Zimmermann)

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TQJ 2/2009

Qigong als therapeutische Begleitung

Alexandra Tschom, Jumin Chen, Wolfgang Seiringer: »Therapeutisches Qi Gong. Die Kunst der Arbeit mit dem Qi – Qi Gong als therapeutische Begleitung«
Bacopa 2008, 253 Seiten, EUR 29, ISBN 978-3-901618-44-4

Das Buch ist so vielschichtig wie sein Titel, im Positiven wie leider auch im Negativen. Denn bis zum Schluss ist mir unklar geblieben, an wen es sich richtet, was es sein will: kulturphilosophische Betrachtung, Lehrbuch für Qigong-TherapeutInnen, Fachbuch für eine bestimmte Sparte der TCM – oder einfach eine Anregung für intensiv Praktizierende? Dem Vorwort entnehme ich, dass es der Autorin um die Fülle des tradierten Wissens und auch um den ernsthaften Umgang damit geht. Letztlich scheint dies Buch eine Einladung und Ermutigung für eine vorgebildete Fachleserschaft zu sein, Qigong als Übungstherapie – in Abgrenzung zu anderen behandelnden TCM-Verfahren – zu etablieren.

Alexandra Tschom, Magister der Philosophie, Lehrtrainerin der IQTÖ, lernt Taijiquan, Qigong und chinesische Medizin seit 1989, die Fülle dieser Erfahrungen ist beim Lesen spürbar. Die Co-Autoren sind ihr Lehrer Chen Jumin, dessen Beitrag sie charmanterweise in unredigiertem »Deutsch-Chinesisch« ließ, und der Arzt Dr. Wolfgang Seiringer.

Verwirrend ist ein recht unkritisches Gemisch westlich-wissenschaftlicher Sprache in dem offensichtlichen Wunsch, sprachlich ein ähnlich subtiles Tasten, Erahnen und Spüren anzuregen, wie wir es beim Qigong praktizieren. Klar definierte Begriffe wie Substanz, Essenz, Information, Kraft werden nebeneinander gestellt und zum Beispiel einmal im Sinne von Qi, ein anderes Mal im Sinne von Jing benutzt.

Wenn man sich in die Sprache von Alexandra Tschom hineingelesen hat, wird deutlich, dass sie bemüht ist, uns zu einem möglichst bildhaften und ganzheitlichen Verständnis davon zu führen, wie krankmachende Einflüsse sich dem Qi-System einprägen.

Ab Kapitel zehn werden noch einmal alle Organfunktionskreise aufgelistet und nach den zuvor genannten »Kriterien der Anwendung« wird eine wirklich interessante Fülle an Hinweisen aus der Praxis stichpunktartig aufgelistet. Auch einzelne bewegte Organ-übungen werden mit Bildern von Chen Jumin vorgestellt.

Die Darstellung der Meridianverläufe am Ende des Buches ist ästhetisch ansprechend und entspricht der offenen Idee von Spüren und Strömen – die Meridiane werden mit einem schwungvollen, breitfließenden Pinselstrich skizziert –, ist aber für die konkreten therapeutischen Hinweise, die den großen zweiten Teil des Buches ausmachen und sich häufig auf einzelne Punkte beziehen, nicht wirklich hilfreich. Wie schon im Teil über die fünf Elemente, wo auf jede bildhafte Darstellung verzichtet wird, müssen sich die LeserInnen ganz auf die verbalen Erklärungen verlassen.

Insgesamt hätte ich der Autorin, die uns an einem breiten Fachwissen teilhaben lässt, ein intensiveres Lektorat gewünscht. Denn auch in der Gestaltung häufen sich manche Unklarheiten. Insgesamt ist dies Buch ein mutiges und spannendes Unterfangen. LeserInnen mit guten Vorkenntnissen werden gewiss fruchtbare Vertiefungen finden und Gelegenheit, ihre eigenen Einschätzungen an denen der Autorin zu überprüfen – und umgekehrt.
(Dietlind Zimmermann)

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TQJ 1/2007

Qigong im Gehen

Lam Kam Chuen: »Walking Qi Gong – Schritt für Schritt zu innerer Ruhe und Kraft«
Joy Verlag 2006, 144 Seiten, 18,95 EUR[D] / 19,50 EUR[A] / 33,50 sFR,
ISBN 3-928554-56-5

Von all den Büchern, die Lam Kam Chuen geschrieben hat, sind bisher leider nur wenige auf Deutsch erschienen. Bekannt ist er bei uns vor allem als Spezialist für das Zhan Zhuang (Stehen wie ein Baum) durch sein Buch »Chi Kung – Weg der Heilung«. Nun hat der Joy Verlag ein sehr schön gestaltetes Buch über Qigong-Gehübungen von ihm herausgebracht, mit dem etwas neumodischen Titel »Walking Qi Gong«.

Wie das Zhan Zhuang gehören die Gehübungen des Zou Bu (Gehende Schritte) zum Übungssystem Dachengquan (»Kampfkunst der großen Errungenschaft«), das von Wang Xiangzhai auf der Basis des Xingyiquan entwickelt wurde.
»Bevor ein Mensch alt wird, werden die Beine alt« lautet ein chinesisches Sprichwort, das auf die Bedeutung der Beine für die Gesundheit des Menschen hinweist. Die Beine werden sogar als das zweite Herz des Menschen angesehen. Qigong im Gehen kräftigt somit nicht nur die Beine, sondern wirkt sich positiv auf den ganzen Körper aus, auch auf die Atmung und den Geist.

Das Buch gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Teile. Der erste Teil gibt eine detaillierte Einführung in die natürliche und die umgekehrte Atmung, gut veranschaulicht durch Bilder. Im zweiten Teil werden Vorübungen für die Schritt- und Gehübungen vorgestellt, die die Beinmuskeln stärken. Diese Übungen sind so gut erklärt, dass man sie tatsächlich nach der Beschreibung und den Bildern ausführen kann.

Die weiteren Teile des Buches führen nach und nach in die verschiedenen Schritte und Gehübungen ein. Hier wird es allerdings schwieriger, die Bewegungen exakt nachzuvollziehen. Dafür würde ich mir als Ergänzung zum Buch eine DVD wünschen. Ansonsten gefällt mir das Buch aber ausgesprochen gut, es ist didaktisch sehr gut aufgebaut, viele Fotos und Zeichnungen ergänzen den Text. Man möchte gleich losgehen ...
(Elvira Glück)

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TQJ 2/2009


Medizinisches Qigong

Jumin Chen/Thomas Weidinger: »Der Weg zur Gesundheit«
Residenz 2008, Buch 140 Seiten, 17,90 EUR, ISBN 978-3-7017-3119-0
>> siehe auch: DVD: 70 min, ISBN 978-3-7017-4003-1

Das Werk von Chen Jumin unter Mitarbeit von Thomas Weidinger ist nicht einfach ein weiterer Titel auf dem großen Markt an Qigongbüchern, sondern ein in Inhalt und Aufmachung durchweg erfrischender Beitrag zum Thema »Medizinisches Qigong«.

Das Buch besteht aus einem ersten Teil, der die Theorie des Qigong beschreibt, und einem zweiten mit Übungen. Die Autoren verstehen es, mit wenigen Worten eine ungemeine Tiefe an Information zu erreichen. Unterstützt werden sie dabei durch das lockere, moderne Layout sowie in regelmäßigen Abständen wohldosierte Infokästen, die auch ein zufälliges Stöbern im Buch zu einem informativen Erlebnis machen. Die Übungen im zweiten Teil sind mit wenigen, aber klaren Worten beschrieben. Dazu kommen diverse Fotos, die sie leicht nachvollziehbar erscheinen lassen.

Darüber hinaus haben die Autoren eine DVD veröffentlicht, auf der die Übungen in Aktion gezeigt werden. Während der erste Teil zur Theorie des Qigong auf der DVD etwas sparsam ausgefallen ist, vermag der zweite Teil mit einer Vielzahl an Übungen, Beschreibungen und Hinweisen zu glänzen. Und obwohl auch hier manche Darstellungen etwas länger hätten sein können, ist dieser Part wirklich gut gelungen. Zumal auch die Gestaltung in ihrer schlichten Schönheit zu überzeugen vermag.

Allerdings macht die DVD insgesamt hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Buch Sinn. Die Kombination ist ein rundum gelungenes Paket, welches das Thema Medizinisches Qigong hervorragend abdeckt.
(Frank Aichlseder)

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