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Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden

Zusammenfassungen
Aktuelle Ausgabe
38 – 4/2009

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Schmerz in Freude verwandeln
Qigong in der Geburtsvorbereitung
Von Susanne Oechsner

Qigong kann eine sehr gute Unterstützung in der Schwangerschaft und bei der Geburt darstellen. Susanne Oechsner erläutert, warum eine bewusste Vorbereitung in dieser Zeit so notwendig ist und dass Qigong wesentlich dazu beitragen kann, die Selbstwahrnehmung zu stärken, das Loslassen und Durchlässigwerden zu fördern, die Atmung zu regulieren und Widerstände im Körper, die auch für die Schmerzen unter der Geburt mitverantwortlich sind, abzubauen.

 

Jin sammeln und ausstoßen
Fajin im Taijiquan
Von Howard Choy

Fajin, das Aussenden von Jin, gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten für die Anwendung des Taijiquan. Trotzdem finden sich nur wenige konkrete Anleitungen, wie es zu üben ist. Howard Choy beschreibt, wie er selbst von Chen Xiaowang an effektive Fajin-Bewegungen herangeführt und sein Körper dabei durch feine Korrekturen der Haltung immer durchlässiger wurde. Entspannung, Sinken und die genaue Ausrichtung des Körpers bilden die Voraussetzung, um Jin zu sammeln und dann über eine gezielte Ganzkörperbewegung abzugeben.

 

Das Potenzial des Lebens
Die Wandlungsphase Wasser
Von Joachim Stuhlmacher

Die Wandlungsphase Wasser ist mit der dunklen Jahreszeit, der Nacht, der Kälte verbunden. Es geht um Rückzug, Alter, Stille – Themen, die in unserer heutigen Zeit gerne verdrängt werden. Joachim Stuhlmacher verweist darauf, das dahinter Angst steckt, letztlich die Angst vor dem Tod, und auf das fundamentale Ungleichgewicht, dass daraus entsteht, wenn nur die Yang-Seiten des Lebens zum Tragen kommen. Um sich zurückziehen zu können, ist es wichtig, auch nein sagen zu können zu den vielen Verlockungen, die die Welt bietet. Weitere wichtige Aspekte sind Aufrichtung und Aufrichtigkeit sowie eine sinnhafte Ausrichtung des Lebens.

 

Vom Vertrauen in komplexen Übungssystemen
Dr. Daniel Schaup

Vertrauen scheint ein zentraler Begriff in östlichen Übungssystemen zu sein, diesen Eindruck vermittelt nach Ansicht von Dr. Daniel Schaup jedenfalls die entsprechende Literatur. Dabei bleibt jedoch häufig unklar, worin dieses Vertrauen besteht und worauf es sich gründet. Daniel Schaup geht dem Begriff auf den Grund und versucht zu klären, was Vertrauen eigentlich ist. Dabei kommt er zu überraschenden Ergebnissen und letztlich zu der Frage, ob Vertrauen möglicherweise deswegen so stark betont wird, weil das Misstrauen über den Sinn und die Wirkung dessen, was wir da üben, so groß ist.

 

Ins Gewinnen investieren
Taijiquan und Selbstverteidigung für Frauen
Von Sasa Krauter

Taijiquan ist als Kampfkunst entstanden, ob es allerdings als Frauenselbstverteidigung geeignet ist, erscheint fraglich. Sasa Krauter weist darauf hin, welche Kriterien in der Selbstverteidigung für Frauen relevant sind. Die Vorzüge des Taijiquan liegen ihrer Erfahrung nach in der Entwicklung von Körper- und Selbstbewusstsein, einer besseren Struktur und eines sicheren Standes sowie einer ruhigen, zentrierten und friedlichen Ausstrahlung. Was jedoch fehlt, ist die Berücksichtigung der Situation von Frauen im gesellschaftlichen Gesamtzusammenhang und das Einbeziehen dieser Erkenntnisse in den Unterricht. Aus diesem Grund hat sie ein Trainingskonzept entwickelt, dass Chen Taijiquan mit der feministischen Selbstverteidigung Wendo verbindet.

 

Ein Qigong der neuen Zeit
Shengzhen Wuji Yuan Gong
von Gabriela Moosbauer

Neben den überlieferten Qigong-Traditionen entstehen auch heute noch neue Übungssysteme. Eines davon ist das Shengzhen Wuji Yuan Gong oder einfach Shengzhen Qigong, das Li Junfeng durch besondere Inspiration auf der Grundlage des Zhongtian Yiqi Gong entwickelt hat. Für Gabriela Moosbauer bietet dieses Qigong, das insbesondere auf die Öffnung des Herzens und einen Zustand bedingungsloser Liebe ausgerichtet ist, den Menschen beim momentanen Übergang vom Fische- zum Wassermannzeitalter Hilfe und Heilung auf allen Ebenen. Sie führt Erkenntnisse der neuen Wissenschaft an, die zeigen, dass vom Herzen eine starke energetische Wirkung ausgeht, die im Austausch mit der Energie der Erde steht.

 

Der weite Weg zur himmlischen Harmonie
Von Wang Ning

Nach Harmonie zu streben macht einen wesentlichen Teil der chinesischen Kultur und Lebensweisheit aus und scheint heutzutage in Anbetracht der gesellschaftlichen Veränderungen sogar dringlicher zu sein als früher. Wang Ning zeigt anhand verschiedener Begriffe, die Harmonie ausdrücken, dass es dabei immer um Gleichheit, Ruhe, Gerechtigkeit geht, um ein friedliches Miteinander. Und damit knüpft er an seinen Beitrag über das »unterdrückte Ich« (TQJ 1/2009) an, denn das Ich scheint die Harmonie zu stören.

 

1. Taijiquan-Kongress des Deutschen Dachverbands für Qigong und Taijiquan
4. bis 6. September 2009 in Niestetal (D)

Der Deutsche Dachverband für Qigong und Taijiquan hat Anfang September zum ersten Mal einen Kongress ausgerichtet. Ein eigens eingerichteter Kongressausschuss sowie der wissenschaftliche Beirat des DDQT gestalteten ein Fortbildungswochenende für Lernende und Unterrichtende, das nicht zuletzt den DDQT bekannter und »greifbarer« machen sollte. Almut Schmitz war für das Taijiquan und Qigong Journal dabei.