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Die Fachzeitschrift für alle Taijiquan- und Qigong-Praktizierenden

Zusammenfassungen
Ausgabe 28 – 2/2007

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Hún, die Wolkenseele, und das Element Holz
Von Achim Eckert

Die fünf Wandlungsphasen oder Elemente gehören zu den Grundlagen der chinesischen Medizin. Neben inneren Organen, Körperstrukturen, Geschmacksrichtungen und Farben haben sie natürlich auch Entsprechungen auf seelisch-geistiger Ebene. Achim Eckert beschreibt, wie Shen, Yi, Zhi, Hun und Po den Elementen und den damit verbundenen Zang-Organen zugehören, und zeigt am Beispiel von Hun, dem in der Leber beheimateten lichten Seelenaspekt, wie weit die Wirkungen dieser Ebene reichen. Als Geist des Holzelements umfasst Hun die bildliche Vorstellungskraft, die Fähigkeit, Ziele und Wünsche zu visualisieren, die kreative Kraft in uns, die unser Wachstum bewirkt. Er beinhaltet die Bilder, die unser Leben leiten, von der idealen Liebe wie von unserer Berufung. Über gezielte Übungen und bestimmte Akupunkturpunkte lässt sich das Holz und damit auch der Hun anregen.

 

In der Bewegung des Lebens Ruhe finden
Von Dr. Henrik Jäger

Taijiquan und Qigong sind nach Grundprinzipien ausgerichtet, die denen der westlichen Gesellschaften deutlich entgegengesetzt sind: Langsamkeit, Selbstwahrnehmung, Handeln aus der eigenen Mitte, Verbundenheit mit dem gegenwärtigen Augenblick sind Qualitäten, die Distanz herstellen zur schnelllebigen Leistungsgesellschaft. Das Geheimnis liegt für Henrik Jäger in der Durchdringung von Ruhe und Bewegung, über die wir als Menschen zu einer Einheit mit der Natur gelangen können, wie sie von chinesischen Philosophen seit jeher angestrebt wird. Über den eigenen Körper, der ja Teil der Natur ist, können wir in Resonanz treten zur natürlichen Ordnung, sie verstehen und in ihr handeln.

 

Was wirkt
Qigong – eine Entspannungsmethode?
Von Ursula Rimbach

Ursula Rimbach ist der Frage nachgegangen, wodurch die häufig eindrucksvollen Wirkungen von Qigong zustande kommen. Hinter vordergründigen Aspekten wie Entspannung und innerer Ruhe weist sie vor allem auf zwei Aspekte hin: das Ankommen im gegenwärtigen Augenblick, das uns sowohl mit uns selbst wie auch mit dem Lauf des Universums verbindet, sowie das Loslassen und Neuwerden. Dabei bezieht sie Loslassen nicht nur auf Anspannung, die sich körperlich zeigt, sondern ebenso auf geistige Bewegungen, Vorstellungen und Ängste. Im wachen Anwesendsein und Loslassen werden Veränderung und Umgestaltung möglich.

 

Gewinnen oder Lernen
Von Ronnie Robinson

Tuishou ist eine grundlegende Trainingsmethode im Taijiquan, bei der wir zusammen mit einem Gegenüber lernen. Zwei Personen treten in einen Dialog, in dem sie sehr viel über Taijiquan und sich selbst erfahren können. Dies setzt allerdings entsprechende Bereitschaft und Offenheit voraus. Ronnie Robinson geht darauf ein, wie das Festhalten an Gewohnheiten und der Wunsch nach Überlegenheit die Lernmöglichkeiten einschränken. In einer Fokussierung auf äußere Techniken sieht er außerdem die Gefahr, dass grundlegende Taiji-Prinzipien, die die Basis jeder äußeren Anwendung darstellen, vernachlässigt werden. Der Autor gibt dazu Hinweise, wie wir sinnvoll trainieren und mit unangenehmen Situationen im freien Pushen umgehen können.

 

Taijiquan in Malaysia
Lebendige Kampfkunsttradition
Von Dirk Ruppik

In Malaysia wird Taijiquan nicht nur als Gesundheitsübung, sondern auch als Kampfkunst verstanden und ausgeübt. Aufgrund von Konflikten zwischen den Volksgruppen und rivalisierenden Klans in der Vergangenheit wurde auf die praktischen Aspekte des Taijiquan großer Wert gelegt. Die 37er Form von Zheng Manqing, eines direkten Schülers von Yang Chengfu, ist die am stärksten verbreitete Form. Zwei direkte Schüler von Zheng Manqing – Huang Xingxian und Yue Shuting – unterrichteten Taijiquan und demonstrierten ihre Fähigkeiten bei vielen Turnieren und Zweikämpfen mit teils berühmten Kampfkunstpersönlichkeiten. Diese Tradition ist bis heute lebendig.

 

Dao – der Weg zum langen Leben
Von Wang Ning

Nach chinesischer Ansicht hat der Mensch einen Weg gefunden, sein Leben schön und glücklich zu gestalten. Ein »langes Leben« wird als höchstes Ziel für das Individuum gesetzt. Wang Ning beschreibt überwiegend aus daoistischer Sicht, worum es bei einem langen Leben geht.